Wolfgang Seehaber – Bonhoeffer und Bethge

4.33 von 5 basierend auf 3 Kundenbewertungen
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Das Porträt einer wunderbaren Freundschaft

Produktbeschreibung

Zwei Freunde, die sich der Unmenschlichkeit und dem Hass entgegenstemmten Ende April 1935 begegneten sie sich zum ersten Mal im neu gegründeten Predigerseminar der Bekennenden Kirche: der Berliner Professorensohn und Theologiedozent Dietrich Bonhoeffer und der Pastorensohn vom Land, Eberhard Bethge. Sehr schnell lernte Bonhoeffer die Bescheidenheit, die ungeheure Vitalität, die Fröhlichkeit, die vorbehaltlose Frömmigkeit und die Musikalität dieses zunächst theologisch ziemlich unbedarften Provinzlers zu schätzen. Daraus entwickelte sich eine der ungewöhnlichsten und bedeutsamsten Freundschaften des 20. Jahrhunderts. Erstmalig erzählt dieses Buch ausführlich die Geschichte dieser vertrauensvollen und von unendlicher Treue geprägten Verbindung, beschreibt ihr Wesen und ihre Auswirkung auf die damalige Zeit und auf heute. Zudem werden die schwierigen kirchlichen Bedingungen und die bedrohlichen politischen Umstände geschildert, gegen die sich diese Freundschaft stets neu behaupten musste. Beide ließen sich in den gefahrvollen Widerstand gegen Hitler einbinden und erlebten ihre Freundschaft als heilsamen letzten Rückzugsort in jenen gehetzten Tagen, als sie Freiheit und Leben für eine humane Zukunft ihres Landes einsetzten.

Leseprobe

3 Kundenbewertungen für Wolfgang Seehaber – Bonhoeffer und Bethge

  1. 4 von 5

    :

    Ein Buch über die Freundschaft und dann noch zwischen solchen bedeutenden Persönlichkeiten wie Bonhoeffer und Bethge weckte natürlich mein Interesse umso mehr freute ich mich, dass ich ein Rezensionsexemplar erhielt. Herzlichen Dank.
    Das Buch befasst sich auf eine ganz besondere Weise mit dem Thema Freund-schaft. Am Anfang erfährt man als Leser einiges über die Persönlichkeit Bonhoeffers und erste zaghafte Freundschaftsversuche seinerseits, dabei fand ich besonders erstaunlich wie wenige Dutzfreunde besaß. Das Buch ist aber nicht nur hinsichtlich des Themas Freundschaft interessant, sondern man erfährt einiges über die Geschichte der Bekenntniskirche und deren Persönlichkeiten. Im Laufe des Buches kristalisiert sich die besondere Freundschaft zwischen Bonhoeffer und Bethge immer weiter heraus, angefangen beim Pristerseminar auf Zingst über Finkenwalde, die Zeit im Widerstand bis über den Tod hinaus. Besonders gerührt hat mich dabei, welcher Bedeutung Gott in seinen Freundschaften, insbesondere mit Bethge, beigemessen wird.
    Inhaltlich ist das Buch hoch interessant und hat mir viele neue Erkenntnisse ge-bracht, trotzdem hatte ich meine Schwierigkeiten beim Lesen, da das Buch definitiv nicht geeignet ist, wenn man über Bonhoeffer wenige Vorkenntnisse hat. Mit einigen Grundgedanken Bonhoeffers und seines Schaffens hatte ich mich zwar schon eher auseinander gesetzt, aber besonders am Anfang war mir die Fülle an Informationen, die das Buch vermittelt, zu viel für mich. Meiner Meinung nach werden zu viele Personen auf einmal benannt, die man ohne spezielles Vorwissen nicht kennt. Ich musste einiges gesondert nachschlagen, da mir Erläuterungen über Sachverhalte im Buch fehlten. Außerdem ist meiner Meinung nach der Sprach sehr anspruchsvoll, was daher kommt, dass der Autor viele Quellen, wie Briefe, zitiert. Die Zitate geben dem Text mehr Autorität und tragen durchaus zum Verständnis bei, behindern aber leicht den Lesefluß. Daher ist dieses Buch meines Erachtens nach, nur für Leser geeignet, die ein gutes Vorwissen in allen Bereichen der Bekenntniskirche haben und bereit sind schwierigere Textpassagen zu lesen. Für diese Leserschaft ist das Buch ein Genuss und man erfährt viel Interessantes.
    Mich persönlich, hat die Thematik des Antisemitismus besonders beschäftigt. Ich war erstaunt, wie weit er sogar in der Bekenntniskirche verbreitet bzw. gedultet wurde. Deshalb fand ich das Zitat auf Seite 101 besonders schön.
    „ Darin förderte er ein dreifaches Verhalten der Kirche. Zum Ersten solle die den Statt nach der Rechtmäßigkeit seines Handeln befragne, zum Zweiten sich um die Opfer des stattlichen Handels kümmern, und zwar um alle Opfer, nicht nur um die getauften Juden. Und drittens, wenn der Statt seine Macht weiterhin zum Schaden der jüdischen Mitmenschen missbrauche, solle die Kirche „dem Rad in die Speichen fallen“, also unmittelbar politisch handeln.“
    Es spiegelt meiner Meinung nach gut den Geist Bohoeffers wieder, der im Buch auf jeder Seite zu finden ist.

  2. 4 von 5

    :

    Über Dietrich Bonhoeffer sind schon viele Bücher geschrieben worden. Dieses Buch ist nun der Versuch eines Porträts über eine der großartigsten Freundschaften des 20. Jahrhunderts – über eine sehr enge Freundschaft, die Schwierigkeiten und Herausforderungen überstanden hat und die auch über den Tod hinaus Bestand hat.

    Dem Autor ist es gelungen, Bonhoeffer und Bethge dem Leser näher zu bringen und ihn an ihren Gedanken teilhaben zu lassen. Als Leser fiebert man mit ihnen mit, man erlebt ihre Höhen und Tiefen unmittelbar mit und hat Anteil an allem, was sie damals so bewegte – sei es das erste Verliebtsein oder Liebeskummer, sei es ihre Tätigkeit als Ausbilder für die Vikare oder als V-Männer im Untergrund, sei es in Freiheit oder im Gefängnis. Auf beeindruckende Weise wird dabei die gegenseitige Hingabe und Freundschaft deutlich.

    Die Sprache dieses Sachbuches ist dabei flüssig und gut zu lesen und nimmt den Leser mit auf die Reise. Einzig die häufigen Zeitsprünge irritieren beim Lesen. Das Buch ist nicht immer chronologisch strukturiert, sondern eher nach Themen, die sich aber überlappen. Dadurch kommt es durchaus vor, dass der Autor auf zukünftige Geschehnisse vorgreift, nur um sie in den darauffolgenden Kapiteln immer wieder zu wiederholen. Das hat mich in meinem Lesefluss gestört und stellenweise sogar leider etwas genervt. Hier hätte ich mir eher eine chronologische Erzählweise gewünscht.

    Insgesamt hat mich das Buch aber in seinen Bann gezogen und hat mich neugierig nicht nur auf weitere Bücher des Autors, sondern auch auf andere Bücher rund um Bonhoeffer gemacht.

  3. 5 von 5

    :

    Es gibt bereits unzählige Bücher über Dietrich Bonhoeffer. Doch dieses Buch ist besonders, geht es doch nicht ausschließlich um Bonhoeffer den Märtyrer und Theologen, sondern um Bonhoeffer als Freund. Er wird hier nicht in die Höhe gehoben, auch seine Schwächen werden erwähnt. So war er starker Raucher und neigte dazu aufbrausend zu sein. Auch war er eher ein Einzelgänger und wählte daher seine Freundschaften mit Bedacht. Nur wenige kamen in den Genuss, ihn duzen zu dürfen, kam es doch einer „Familienaufnahme“ gleich. Wer von ihm geduzt wurde, bekam auch das Privileg, in seine Familie eingeführt zu werden.

    Überrascht hat mich am Anfang, dass es auf den ersten Seiten auch um andere enge Freundschaften Bonhoeffers geht und man einen Einblick bekommt, wie er Freundschaften begann und pflegte. Doch der Hauptteil des Buches beschäftigt sich mit seiner enge Freundschaft mit Eberhard Bethge, der Dietrich Bonhoeffer über den Tod hinaus treu war und seine Geschichte aufgearbeitet hat. Das ist es auch, was dieses Buch ausmacht – es endet nicht mit Bonhoeffers Tod sondern zeigt sehr ausführlich, wie es nach seinem Tod weiterging mit Bethge (und auch einigen anderen seiner Freunde). Natürlich enthält das Buch auch ein ganzes Stück Kirchengeschichte während der Nazizeit und wie die schweren Zeiten die Freundschaft beeinflusste und prägte. Beim Lesen sind die Gefühle und Gedanken der beiden beinahe spürbar und man möchte sofort noch weitere Bücher darüber lesen, so das oft erwähnte „Widerstand und Ergebung“ welches Bonhoeffers Briefwechsel im Gefängnis enthält. Wolfgang Seehaber lässt hier Geschichte wieder lebendig werden, die ihn selbst sehr lange beschäftigt hat. Es gibt von ihm bereits ein Buch über Bonhoeffers Verlobte, Maria von Wedemeyer, das ebenfalls sehr lesenswert ist. Man merkt, dass der Autor viel recherchiert hat und sich intensiv mit dieser besonderen Freundschaft auseinander gesetzt hat, es ist auch das erste Buch in denen auch Eberhard Bethge eine große Rolle spielt, denn in seinen eigenen Büchern über Bonhoeffer hat er sich stets in den Hintergrund gestellt.

    Ein Wort noch zur Gestaltung des Buches: Der Verlag hat sich hier sehr viel Mühe gegeben, die Seiten sind auf hochwertigem Papier gedruckt und nimmt man den Schutzumschlag ab, verbirgt sich darunter ein schwarzer Leineneinband mit einem in Silber geprägten Titel. Dieses Buch ist inhaltlich wie äußerlich jeden Cent wert.

    Ein anspruchsvolles Buch, was den Leser lange beschäftigt und auch nicht an einem Abend ausgelesen ist. Ich hoffe, dass es viele Leser finden wird, denn man kann auch für die eigenen Freundschaften viel lernen.

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Zusätzliche Informationen

BN204095
ISBN978-3-03848-095-2
AutorWolfgang Seehaber
ErscheinungsjahrHerbst 2016
UmschlagHardcover mit Schutzumschlag
Umfang448 Seiten