Tania Douglas – Jan Hus, der Feuervogel von Konstanz

4.5 von 5 basierend auf 4 Kundenbewertungen
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Historischer Roman

Art.-Nr.: 204036 Kategorie:

Produktbeschreibung

Tania Douglas – Jan Hus, der Feuervogel von Konstanz

Jan Hus.
Reformer.
Freund von John Wyclif.
Wegbereiter von Martin Luther.
Überzeugt, dass Gott allein Gnade gewährt.
Ein unbeugsamer Liebhaber der Wahrheit und des Lebens.
Treu bis in den Tod.
Als Ketzer verurteilt und verbrannt auf dem Konzil in Konstanz.

Jan Hus, der Feuervogel von Konstanz ist eine romanhafte Biografie des großen tschechischen Reformators. Vor der Kulisse der Kirchenspaltung und der politischen Unruhen, die Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts ganz Europa erschütterten, hat die Autorin Tania Douglas Historie mit Fiktion verknüpft. So ist das spannende Porträt eines faszinierenden, wortgewaltigen, aber auch warmherzigen Reformators entstanden, der bis zur Selbstaufgabe gegen die damaligen Missstände der katholischen Kirche ankämpfte und Martin Luther zum Wegbereiter wurde.

«In seinem Heimatland Tschechien wird Jan Hus noch heute verehrt. Doch bisher tritt er kaum in historischen Romanen in Erscheinung. Dieses Werk schließt die Lücke. Es erscheint pünktlich zum ‹Jahr der Gerechtigkeit›, das 2015 von der Stadt Konstanz zelebriert wird, um den böhmischen Reformator im Rahmen des Konzil-Jubiläums zu würdigen.» Tania Douglas
«Tania Douglas schafft ein großes Epos über Jan Hus, der zum Wegbereiter
Martin Luthers werden sollte.» Titus Müller

Tania Douglas, Jahrgang 1969, ist in Deutschland geboren und in Frankreich aufgewachsen. Sie schreibt seit fünfzehn Jahren historische Romane, in denen sie immer wieder die Spannungen zwischen weltlicher und religiöser Macht thematisiert. 2012 ist sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in die Nähe des Bodensees gezogen. «Jan Hus, der Feuervogel von Konstanz» ist ihr viertes Werk.

4 Kundenbewertungen für Tania Douglas – Jan Hus, der Feuervogel von Konstanz

  1. 4 von 5

    :

    Ein dramatisches Buch! „Der Feuervogel“ im Titel lässt eigentlich auf eine unterhaltsame Lektüre schliessen. Weit gefehlt! Es gab Tage, da konnte ich das Buch nicht zur Hand nehmen, so trafen mich die Heuchelei und die Machtpolitik der damaligen Kirche. Unter dem Deckmantel der Frömmigkeit wurden auf brutalste Art und Weise Menschenrechte verletzt.
    Es ist ein Wagnis, über eine kirchengeschichtlich so bedeutende Persönlichkeit einen Roman zu schreiben. Trotz umfangreicher Recherchen musste die Autorin vieles erfinden, um Jan Hus farbiger darstellen zu können. Aber die geschichtlichen Fakten stimmen. Und im Anhang des Buches gibt es eine offene Information, was gesicherte Tatsachen sind und was die Autorin hinzugedichtet hat. Das macht das gewagte Experiment letztlich doch glaubwürdig und sympathisch.
    Jan Hus wird als begabter Prediger dargestellt, der die Massen mobilisieren konnte. Er stiess bei der mächtigen Kirche aber auf Granit, wurde in einem gigantischen Machtpoker zwischen rivalisierenden Päpsten und dem König kaltgestellt und schliesslich grausam beseitigt. Dass Hus positive Absichten haben könnte, wurde gar nicht in Erwägung gezogen. Monatelang unter unwürdigen Bedingungen in verschiedenen Gefängnissen inhaf-tiert, stand das Todesurteil bereits fest, bevor die Gerichtsverhandlung überhaupt begann.
    Trotzdem war mit John Wycliff in England und Jan Hus in Prag die mächtige katholische Kirche angezählt. Weil sie aber die Zeichen der Zeit nicht erkannte, gelang hundert Jahre später Martin Luther der entscheidende Durchbruch. Im Gegensatz zu Jan Hus hatte Luther bei den weltlichen Machthabern zuverlässige Stützen, die in den entscheidenden Verhandlungen zu ihm hielten.
    Das Buch schliesst eher nachdenklich. Nicht wegen der Verbrennung von Jan Hus vor den Toren der Stadt Kon-stanz. Es sind die Dialoge kurz vor seiner Hinrichtung, der Versuch von gemässigten Gegnern, ihn auf den Un-terschied zwischen der Wahrheit und seiner Interpretation der Wahrheit aufmerksam zu machen. Aber es war zu spät. Hus war sich der Gefahr zu bewusst, wenn er sich von seiner bisherigen Verkündigung distanziert und „widerrufen“ hätte. Deshalb mussten alle Versuche scheitern, dem begabten Verkündiger das Leben zu retten. Es war nicht die Zeit der Kompromisse. Die Zeichen mehrten sich, dass die Kirche in diesem maroden Zustand eine tiefe Erschütterung brauchte, um wieder zur Besinnung zu kommen. John Wycliff und Jan Hus waren die Vorboten einer neuen Zeit, die aber einen hohen Preis für ihre Überzeugung bezahlen mussten.

  2. 5 von 5

    :

    Jan Hus war ein Vorreformator, der besonders in seinem Heimatland Tschechien verehrt wird. Mir waren bislang nur sein Name und sein trauriges Ende bekannt. Viel bekannter dagegen ist Martin Luther, der Hus’ Gedanken in sein Handeln einbezog. Das Thema Reformation zieht sich derzeit durch die Programme vieler christlicher Verlage und „Jan Hus“ sticht dabei besonders heraus.

    Tania Douglas ist eine begnadete Schriftstellerin – das ist mein Hauptresümee nachdem ich 720 Seiten dieses Werkes gelesen habe. Sie schafft es nicht nur ein Lebensbild von Jan Hus zu zeichnen, sie katapultierte mich auch in das Leben zur Zeit des Mittelalters. Sprache und Ausdruck sind der damaligen Zeit angepasst. Am Buchanfang befindet sich ein Personenverzeichnis und im Anhang ein weiteres Personenverzeichnis, in dem die Autorin einen Überblick verschafft, welche der Romanfiguren fiktiv und welche tatsächlich gelebt haben und wie es ihnen weiterhin ergangen ist.

    Der Roman ist in drei Teile untergliedert: Im ersten Teil beginnt die Autorin im Jahre 1378 in Husinetz, Jan ist ein Junge um die 10 Jahre, der schon damals den Wunsch in sich trägt Latein zu lernen, um mit Gott reden zu können. Er lernt seine Großcousine Aneschka kennen, die sich fragt, ob ihr Leben einen Sinn hat. Als Hurenkind wird sie von der gesamten Dorfgemeinschaft und ihrer Familie schlecht behandelt. Später geht Jan – damals noch Johannes von Husinetz – zur Lateinschule. Doch die beiden begegnen sich im Laufe ihres Lebens immer wieder und sind sich Halt und Stütze.
    Im zweiten Teil beginnt Jan sein Studium in Prag, wo er mit den Lehren Wycliffs konfrontiert wird. In ihm entsteht der Wunsch, „die Gräben zu füllen, die einst zwischen den Gläubigen und Gott gezogen wurden“. (S. 234) Er beginnt seine Predigten auf Tschechisch zu halten und Missstände anzuprangern, was unter manchen Kollegen für Unmut sorgt. Besonders sein Erzfeind Nikolaus Zeiselmeister zieht im Hintergrund die Fäden und spinnt eine Intrige nach der anderen, um nicht nur Jan, sondern auch seine Ideen und sein Andenken auszurotten – was zum dritten Teil führt:
    Dem Konzil in Konstanz am Bodensee. Wie es Jan dort ergeht und wie es für ihn endet ist den meisten bekannt. Zeiselmeisters Hoffnung, dass die Welt Jan Hus in wenigen Jahren vergessen haben würde hat sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet…

    Wer jetzt glaubt, eine trockene Biografie zu lesen, hat sich geirrt. Es handelt sich hierbei vielmehr um eine Romanbiografie, in der es viele Höhen und Tiefen gibt, viele Überraschungen, viel Freud und Leid. Politisches lässt die Autorin mit in die Handlung einfließen. An dieser Stelle hätte ich es gerne ein klein wenig kompakter gehabt, dennoch werde ich ab sofort die Augen offen halten nach Büchern von Tania Douglas.

    Auch bei der Aufmachung des Buches hat sich der Verlag sehr viel Mühe gegeben mit einem sehr passenden Schutzumschlag und Leineneinband.

    Für dieses Buch muss man sich Zeit nehmen, um es genießen zu können. Dann können sich Leben und Werk von Jan Hus am Besten vor den Augen des Lesers entfalten und das Herz bewegen.

  3. 5 von 5

    :

    Heute verbrennen sie unsere Bücher… und morgen?

    Die Autorin Tania Douglas hat in diesem exzellent recherchierten, über siebenhundert Seiten umfassenden Buch „ein spannendes Portrait eines faszinierenden, wortgewaltigen, aber auch warmherzigen Reformators, der bis zur Selbstaufgabe gegen die damaligen Missstände der Kirche ankämpfte und Martin Luther zum Wegbereiter wurde“ verfasst. Der Roman spielt zur Zeit der Kirchenspaltung und der politischen Unruhen und verbindet dabei historische Fakten mit fiktiven Ereignissen und Personen. Als besonders hilfreich möchte ich das Personenregister – das „Dramatis personae“ – auf den ersten Seiten hervorheben, das eine leichte Orientierung hinsichtlich der handelnden Personen ermöglicht. In insgesamt 26 Buchkapitel erzählt Tania Douglas den Lesern die Geschichte des tschechischen Reformators und beginnt dabei im Jahre 1378, indem sie ihren Lesern Jans Familie und sein Umfeld vorstellt. Sie berichtet von seiner gottesfürchtigen und tief gläubigen Mutter Anna, die sich sehnlichst wünscht, ihrem Sohn eine Ausbildung zum Priester zu ermöglichen. Und sie stellt uns seinen Vater Michael vor, einen Fuhrmann, der Jan in seinem eigenen Unternehmen beschäftigt wissen möchte. Jans große Liebe zur Aura der Kirchen war jedoch bereits als Kind äußerst ausgeprägt, sie vermittelten ihm ein Gefühl der Geborgenheit. Und so scheint sein Weg zum Priesteramt vorgezeichnet.

    Tania Douglas berichtet in diesem außergewöhnlichen historischen Roman vom Werdegang des „Johannes aus Husinetz“, der als „Jan Hus“ Geschichte schreiben soll. Sie beleuchtet den Weg von den glücklichen Tagen seiner Kindheit im Schoß einer liebenden Familie, über seine Ausbildung in der Lateinschule von Prachatitz, seiner Studienzeit am Karlskolleg, der Universität von Prag, sowie der lebensverändernden Begegnung mit den Schriften des Engländers John Wycliff, der Jans alte Welt in Scherben zerbrach. Von diesem Zeitpunkt an war es sein vorrangiges Ziel, Wycliffs Gedankengut zu verbreiten und seine gesamte Kraft und seinen scharfen Geist einzusetzen, sein Leben der Kirche zu weihen, um sie zu verbessern. Jan Hus‘ Ansinnen war es, „die Grundfesten der Kirche zu stärken, sie von den im Laufe der Jahrhunderte gewachsenen schädlichen Wucherungen zu befreien, um sie wieder zu dem Licht der Welt zu machen, als das Jesus Christus sie einst schuf.“ Jan Hus meint: „Nicht nur die Vereinfachung der Sprache halte ich für nötig. Sondern auch eine Rückkehr des Glaubens und der Kirche zu ihren Anfängen. Eine Rückbesinnung auf das Evangelium. Die Suche nach der Wahrheit mithilfe der Worte der Bibel.“ Mit diesem Lebensziel macht sich der zielstrebige Prediger Feinde auf allerhöchster Ebene. Jan Hus erregt den Unwillen Roms, über ihn wird der Bann verhängt und er wird schließlich der Ketzerei bezichtigt.

    Da die historischen Fakten hinreichend bekannt sind bzw. leicht nachlesbar sind, besteht wohl keine Gefahr zu Spoilern, wenn ich auf den Prozess im Zuge eines Konzils in Konstanz im Jahre 1414 hinweise, dessen Ziele es waren, das bereits jahrelang bestehende Schisma aufzuheben, die Kirche zu reformieren sowie die Ketzerlehren zu bekämpfen. Der Autorin ist es jedoch gelungen, die politischen, wie auch kirchenpolitischen Ereignisse dermaßen interessant und spannend darzubringen, dass es trotz der hohen Seitenanzahl schwer möglich war, die Lektüre dieses Buches zu unterbrechen. Den Schreibstil kann ich nur als erstklassig bezeichnen – die gewählte Ausdrucksweise der Autorin und ihre einnehmende Art, Geschichte lebendig zu machen, haben mich bereits nach den ersten Seiten dieses Buches völlig für Tania Douglas eingenommen. Genau so stelle ich mir hervorragende historische Romane vor, und genau so bringt man Menschen dazu, längst vergangene Ereignisse mit großer Erwartungshaltung in sich aufzunehmen. Jan Hus war für mich bislang „lediglich“ eine historische Figur – doch Tania Douglas hat es geschafft, mir diesen faszinierenden Reformator, der Lügen verabscheute, zu seinen Überzeugungen stand, Gott mit seinem ganzen Herzen liebte und sich nichts sehnlicher wünschte, als eine Reformation der Kirche zu bewirken, nahe zu bringen. Seine Vorstellungen einer Kirche brachte er im monumentalen Werk „De Ecclesia“ zum Ausdruck, und er war es auch, der die Bibel in ein leicht verständliches Tschechisch übersetzte. Ein Mann mit Visionen, der für seinen tiefen, unerschütterlichen Glauben letztendlich starb. Die letzten Seiten dieses Buches werden wohl noch lange Zeit nachwirken… und ich schließe meine Buchbeschreibung mit einem Zitat, das mich wohl am meisten beeindruckte: „Und wenn ich nicht geschont werden will? Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, voll und ganz für seine Überzeugungen einzustehen – allen Widrigkeiten zum Trotz. Ich will nicht mehr fliegen und mich verstecken. Und ich will nie mehr erleben müssen, dass andere an meiner statt für meine Überzeugungen ihr Leben lassen müssen.“

    Was für ein Buch!

  4. 4 von 5

    :

    Ich liebe es, in vergangen Zeiten einzutauchen und mich in die Lebenswelt anderer hineinzuversetzen. Dabei ist mir wichtig, dass die Autoren gut recherchieren und nicht einfach nur gängige Klischees nachplappern. Tania Douglas hat ihre Arbeit diesbezüglich gut gemacht. Es ist mehr als eine reine Biographie und doch kommt das biographische immer wieder gut zum Zug.

    Beschrieben wird das Leben von Jan Hus. Von klein auf fühlte er sich der Wahrheit und dem Wohl des kleinen Mannes verpflichtet. Geboren auf dem Land zog er als Jugendlicher in die Weltstadt Prag um Theologie zu studieren. Nachdem er die Schriften von John Wesley gelesen hatte, wurde Jan Hus mehr und mehr zum Querdenker, der die Missstände in der Kirche anprangert. Immer wieder musste er sich entscheiden: Folgt er der Wahrheit, notfalls in den Tod? Oder beugt er sich der Macht der Kirche? Um es dann richtig spannend zu machen taucht immer wieder die schöne Aneschka auf. Die Liebe der beiden füreinander ist gezeichnet von Opfern für ein höheres Ziel.

    Ein durchaus unterhaltsames Buch. Für mich der einzige Minuspunkt: Die Nebenfiguren nehmen sehr viel Platz ein. Streckenweise hatte ich das Gefühl, es ginge mehr um Aneschka, Zeiselmeister und andere. Jan Hus verkommt manchmal fast zur Randfigur. Die Nebenfiguren bekommen so zwar einen ausgeprägteren Charakter, aber ich hätte gerne mehr von Hus und weniger von den anderen gelesen.

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Zusätzliche Informationen

BN204036
ISBN978-3-03848-036-5
AutorTania Douglas
ErscheinungsjahrFrühjahr 2015
UmschlagHardcover
Umfang720 Seiten
Format14,5 x 22 cm