Rolf Waller – Noch ist es Zeit

4.6 von 5 basierend auf 10 Kundenbewertungen
(10 Kundenbewertungen)

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Art.-Nr.: 204112 Kategorien: , Schlüsselworte: , , , ,

Produktbeschreibung

Zürich. 50er Jahre. Im „Niederdorf“, der legendären Amüsiermeile, tummeln sie sich: die vom Leben Gezeichneten, von den Lichtern und Verlockungen Angezogenen. Auch Roger. Der verlorene Sohn ist aus der dörflichen Enge seiner Jugendjahre geflüchtet. Er dringt tief hinein in den sagenumwitterten Glanz, den all die Bars und Clubs anzubieten haben. Frauen, Freuden und Freiheiten inklusive. Prägung und Realität krachen ineinander. Aufgewachsen im strengkatholischen Milieu, fehlt ihm jegliches Handwerkszeug, um im Leben der Stadt zu bestehen. Zweifel und Verzweiflung wachsen. Alles wird infrage gestellt. Kein Stein bleibt auf dem anderen.
Rolf Waller wurde mit 29 Jahren Personalchef im Warenhaus „Globus Basel“ mit 900 Angestellten, sieben Jahre später erster Zentraler Personalchef von Basel-Stadt, um beim größten Betrieb der Region (mit 20.000 Mitarbeitenden) ein modernes Personalwesen aufzubauen. Er schrieb ein Fachbuch über Personalmanagement, außerdem Kurzgeschichten und
zwei Romane.

Leseprobe

10 Kundenbewertungen für Rolf Waller – Noch ist es Zeit

  1. 5 von 5

    :

    „Noch ist es Zeit“ habe ich im „Schnutz“ gelesen und so dürfte es auch allen übrigen Lesern gehen, welche dieses spannende Buch gekauft haben. Als „Hergiswiler“ und im Seniorenalter bin ich sehr nahe an der Geschichte dieses wunderbaren Romans. Wenn man ein Buch von Rolf Waller gelesen hat, so trachtet man sofort danach, auch seine weiteren Romane zu lesen. Mein Tipp: sehr lesenswert!

  2. 5 von 5

    :

    Noch ist es Zeit hat mich an Vieles zurück erinnert, das ich in meiner Jugendzeit ähnlich oder gleich erlebt habe. Die Enge der religiösen Erziehung und ihre Auswirkungen werden von Rolf Waller in der Figur von Roger eindrücklich und mit einer Tiefe, die bewegt, geschildert. Der Roman liest sich leicht und flüssig – in einer Sprache, die mir gefällt, auch wenn sie in den heutigen Romanen nur noch selten anzutreffen ist.
    Sein Letzter und gleichzeitig Erster Roman ist ein gelungenes, lesenswertes Werk und nur zu empfehlen.

  3. 5 von 5

    :

    Der neue Roman von Rolf Waller ist (anfänglich) nicht einfach zu lesen. Die etwas fremd anmutende Wortwahl macht das Lesen langsam.
    Aber es ist – wie so oft: Nach einer Weile entfaltet sich der ganz eigene Charme des Autors und man liest sich in die Charaktere hinein, gewinnt zunehmend Interesse und zum Schluss baut sich dann der Spannungsbogen doch noch auf.
    Roger, die Hauptfigur, hat eine klein-dörfliche Vergangenheit, kommt aus den Schweizer Bergen. Und landet im Großstadtdschungel. Lebt in einer Pension, arbeitet tagsüber und abends taucht er mehr und mehr in das oft anrüchige „Niederdorf“ mit all seinen Vergnügungsmöglichkeiten ein.
    Dem Autor ist es sehr gut gelungen, ganz verschiedene Charaktere zu zeichnen. Beziehungen aufleuchten zu lassen. Vergangenheit, oft unbewältigt, wieder aufbrechen zu lassen.
    Auch wenn, wie in einem Fall, eine Frau keinen Ausweg mehr aus ihrem Lebensdilemma sehen mag und die Lösung in einer „anderen Welt“ erhofft, so endet doch der Roman versöhnlich: Die Erinnerung an Pater Vincenz, der ihm guttat.
    Und der – wieder mal – längere Aufenthalt in einer Kirche in der Besinnung auf das Wesentliche.
    So zeigt der Autor, vielleicht auch als eigenes Lebensfazit, dass Ablenkungen, übermäßiger Alkohol- oder Frauengenuß keine wirkliche Bedürfnisbefriedigung zur Folge hat, sondern letztlich nur der Kontakt mit der himmlischen Welt.

  4. 5 von 5

    :

    Der neue Roman von Rolf Waller „Noch ist es Zeit“ ist eine aufschlussreiche und spannende Zeitge-schichte – mit jugendlichem Elan und beeindruckenden Erlebnissen in den 50er Jahren geschrieben.
    Rolf Waller schildert mit Roger als Hauptfigur im Roman gekonnt die Jugend- und Drangjahre. Roger mit Lateinschule und KV-Abschluss zieht berufsbedingt voller Erwartungen und Hoffnungen in die umtriebige Gross-Stadt Zürich, was für sein berufliches Weiterkommen wichtig war. Träumereien und Erlebnisse wechseln sich ab. Die Aufbruchsstimmung nach den Kriegsjahren machte sich in der Stadt Zürich schneller bemerkbar als in seiner streng katholischen Herkunftsgemeinde. Roger lernte in seiner Pension wie auch in der Stadt charakterlich sehr verschiedene Kollegen und Kolleginnen kennen. Gemeinsam suchten sie ihre alltäglichen Sorgen abends in Bars und bei ausgelassenen Festivitäten zu vergessen. Roger dachte nicht mehr so viel an seine ursprünglichen Grundsätze, machte sich aber ernste, grundsätzliche Gedanken über das Menschsein, auch in schriftlicher Form.
    Rolf Waller versteht es mit dem ihm eigenen spannenden Schreibstil besonders im zweiten Teil des Buches Rogers Erfahrungen und Beobachtungen dramatisch zu schildern, sei es das Leben in der Pension, seien es die tragische Liebe mit Simone, ihr Suizid oder ein Raubüberfall in seinem unmittelbaren Umfeld.
    Nach all dem Erlebten, den Enttäuschungen und auch der Geringschätzung im Beruf sehnte sich Roger nach ländlicher Ruhe, so quasi zu seinem Ursprung. So erinnerte er sich an Pater Vincenz, ein älterer Verwandter, der von Brig aus noch pfarrerlose Pfarreien betreut. Roger zog für einige Tage in diese geschichtsträchtige Klosterstadt. Bei Pater Vincenz fand er offenbar die fürsorgliche Unterstützung.
    Rolf Waller schildert sehr realistisch das damalige Zeitgeschehen. Ein überaus lesenswerter Roman!

  5. 3 von 5

    :

    Ein eigenartiges Buch! Ein ziemlich ausschweifender Schreibstil mit vielen Details und Dialogen, Tagebucheinträ-gen und grundsätzlichen Überlegungen der Hauptperson über das Leben überhaupt. Viele Nebensächlichkei-ten über Stierkämpfe in Spanien und Pferderennen in Zürich. Aber wer sich für lange Monologe, Tagebuchein-träge und (oberflächliche) Gespräche interessiert, kommt voll auf die Rechnung.
    Ein junger Mann bricht aus der Überschaubarkeit eines kleinen Dorfes in der katholischen Innerschweiz aus. Er meldet sich bewusst von der (religiösen) Enge seiner Heimat ab und zieht in die Stadt, um dort sein Glück zu suchen. Von seiner neuen Welt fühlt er sich aber zunehmend überfordert und versumpft, trotz guter Vorsätze, allmählich in den Kneipen des Zürcher Niederdorfs. Seine Wertmassstäbe von zu Hause werden langsam aber sicher über Bord geworfen. Er verirrt sich in zweifelhaften Milieus, beinahe wäre er umgekommen.
    Der Suizid seiner einst so geliebten Simone erschüttert seine gespielte Selbstsicherheit und bringt sein ganzes Lebensgefüge ins Wanken. Ein langes Nachtgespräch mit François, einem flüchtigen Bekannten von früher, der nach anfänglichen Turbulenzen Karriere gemacht hatte, führt endlich zu einer grundsätzlichen Neuausrichtung seines Lebens.
    Das Buch ist die sehr ausführliche Schilderung einer kurzen Lebensphase in der Entwicklung eines jungen Mannes. Ihm fehlen Vorbilder, die ihn herausfordern und in seinem gefährlichen Abdriften positiv beeinflussen könnten. Was mich an diesem Buch am meisten gewundert hat, ist das völlige Fehlen eines christlichen Angebots – und das bei einem christlichen Verlag. Gerade in kritischen Lebenssituationen kann eine christliche Jugendsze-ne Wunder wirken – und davon gibt es in Zürich eine grosse Auswahl. Erst ganz zum Schluss, als alle anderen Rezepte ins Leere gelaufen sind, taucht aus dem Nichts ein „Pater Vincenz“ aus dem Kapuziner-Konvent Brig auf, der ihm vielleicht helfen und seinem Leben eine neue Struktur geben könnte…

  6. 5 von 5

    :

    Der Roman ist wunderschön formuliert. Der Schreibstil ist an sich schon ein Genuss. Wie genau umschrieben sind die Gefühle und die jeweilige Stimmungslage des Erlebten wiedergegeben. Mich hat der Inhalt sehr berührt, bin ich doch geneigt den Roman ein zweites Mal zu lesen!

  7. 5 von 5

    :

    Rolf Waller erzählt hervorragend die Lebenserfahrungen von Roger und beschreibt in eindrucksvoller und bewegender Weise seinen Entwicklungsprozess, in dessen Verlauf Roger die Gegenwart unseres Schöpfers verspürt, und zwar in den unterschiedlichsten Situationen. So spürt er u.a. auch seine Mutter, die für ihn betet, was ihm im Alltag Kraft gibt, ihn zuversichtlich stimmt und ihm hilft, seinen Verpflichtungen nachzugehen. Dank seinen christlichen und moralischen Werten, die ihm sein katholisches Elternhaus mitgegeben hat, kann Roger mit seiner neu gewonnenen Freiheit in der Gross-Stadt – weg vom engen dörflichen Zuhause und befreit von den dort herrschenden Zwängen – gut umgehen und schwierige Situationen meistern. Rolf Waller versteht es ausgezeichnet, seine Lebenserfahrungen zu artikulieren. Die Geschichte hat mich sehr berührt und gefesselt. Es ist ein feinsinniges und spannendes Buch, das ich mit Freude gelesen habe (meine Frau wird es auch noch lesen).

  8. 3 von 5

    :

    In einen Roman gepackte Lebenserfahrung

    Rolf Waller war Personalchef der Stadt Basel, bevor er als Pensionär zum Romanautor wurde. Mit gut 70 Jahren verfügt er über eine Menge Lebenserfahrung und hat viele Menschen kennengelernt. Das zeigt sich in diesem Roman, der mir vorkommt, als hätte er sein gesammeltes Wissen darin verarbeitet.

    Selbst in engen dörflichen Verhältnissen aufgewachsen, lässt er seinen jungen Protagonisten Roger in den 50er Jahren dem Land entfliehen und in Zürich nach dem Glück suchen. Dort dringt er tief in den anrüchigen Glanz ein, den alle die Bars und Clubs anzubieten haben. Es dauert lange, ehe Roger endlich seinen eigenen Weg einschlägt …

    Und genau diese ausführliche Schilderung seiner Sturm- und Drangzeit, seiner Alkoholexzesse und Infragestellung aller Erfahrungen, machte mir das Lesen schwer. Dazu kamen umständliche wörtliche Redewendungen, die niemals so gesprochen werden. Nach der Hälfte des Buches hätte ich am liebsten abgebrochen, wenn ich nicht das Versprechen gegeben hätte, eine Rezension zu schreiben. Doch dann geschah das Unerwartete: Das Buch begann mich zu fesseln, mitzureißen. Entweder hatte ich mich an den ungewöhnlichen Schreibstil gewöhnt oder die Handlung nahm tatsächlich Fahrt auf. Ich kann das im Nachhinein nicht mehr mit Sicherheit feststellen.

    „Es war kurz vor zwei Uhr, als sie mit geröteten Gesichtern ins Freie traten. Die Straßen waren leer. Plaudernd gingen sie bis zum Karpfenplatz, wo Georg seinen eleganten Wagen geschickt aus der langen Reihe löste. Dann stiegen sie ein, und er fuhr sie hinaus aus der Stadt in ein neu erbautes Stadtviertel.
    Kahl standen die dunklen Blöcke zwischen dunklen Grünflächen und griffen mit kantigen Formen in den Sternenhimmel. Der Mond schwamm im Silber der glatten Wände. Hier und dort glänzte ein beleuchtetes Fenster, klein und unpersönlich.“ (Seite 159)

    Interessant fand ich, wie viele unterschiedliche Menschen Roger begegneten und mit welch Offenheit sie ihm aus ihrem Leben erzählten, während Roger selbst wankelmütig und sprunghaft blieb. Es dauerte lange, ehe er begriff, dass das Leben nicht schwarz oder weiß, sondern bunt ist.

    „Es gibt keinen Halt und keinen absoluten Neubeginn. Das Geschehene lässt sich nicht ungeschehen machen. Was falsch war, muss vielmehr zur Startfeder für etwas Besseres werden. Ein Weg kann nie nur steil nach oben führen. Das Auf und Ab gehört zu unserem Leben. Jedes Tief kann uns, wenn wir bereit sind, es zu nutzen, in seiner Folge etwas höher bringen.“ (Seite 238)

    Von der Aussagekraft des zweiten Teils hätte der Roman durchaus fünf Sterne verdient. Die langatmige Einführung dagegen empfand ich als so lesehemmend, dass ich im Endeffekt gerade mal drei Sterne vergeben kann.

  9. 5 von 5

    :

    Rolf Wallers vierter Roman hält bis zum Ende, was er verspricht. Roger, der Protagonist der Geschichte, ein liebenswerter, junger Mann, kommt aus einem katholischen, engstirnigen Dorf in die Grossstadt Zürich und lernt dort das Niederdorf kennen.
    Was er da alles erlebt und wie er das psychologisch verarbeiten kann, wie er mit seiner intensiv wahrgenommenen Sexualität umgeht, ist spannend und mit einer äusserst charmanten, verführerischen Sprache geschrieben. Das Buch ist logisch aufgebaut und hält die Spannung bis zur letzten Seite. –Unbedingt lesen!

  10. 5 von 5

    :

    Als Leser des Romans von Rolf Waller „Noch ist es Zeit“ war mir die Lektüre ein echter Genuss. Das Buch hat Tiefgang und beachtlichen Unterhaltungswert. Die Schilderungen des Autors über Lebensfreuden in Zürich, im sog. „Dörfli“ sind faszinierend. Junge Zuwanderer aus der Innerschweiz leben ihren Nachholbedarf aus, der sich in der frühern dörflichen Enge aufstaute. Der Autor geisselt dabei auch das Spiessbürgertum und jene Verlogenheit, die wie ein Krebsgeschwür wuchert. Nostalgie vermischt sich mit kritischer Heimatliebe. Und finder man keine Antwort auf drängende Fragen, findet man sie vielleicht in einer andern Welt.

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Zusätzliche Informationen

BN204112
ISBN978-3-03848-112-6
AutorRolf Waller
ErscheinungsjahrFrühjahr 2017
UmschlägeHardcover , Leinen mit Schutzumschlag
Umfangca. 256 Seiten
Format13,5 x 21 cm