Melissa C. Feurer: Die Ausreißer – Sehnsucht nach Meer

4.88 von 5 basierend auf 8 Kundenbewertungen
(8 Kundenbewertungen)

13.00  inkl. Mwst.

Produktbeschreibung

Nele wird in der Schule wegen ihrer Schüchternheit und ihres Übergewichts gemobbt. Dass ihre Familie religiös und ihre Patentante ausgerechnet ihre Religionslehrerin ist, hilft natürlich auch nicht gerade. Lars’ Mutter ist vor Jahren gestorben. Seitdem hat er nur noch seinen Vater, und der investiert alles Geld und alle Zeit in Alkohol. Noah ist von zu Hause abgehauen und hält es nirgendwo lange aus. Seine einzige Gefährtin ist die Hündin Cassiopeia. Angel gibt nicht viel von sich preis – nicht, warum sie wegläuft, nicht, woher die Narben an ihren Unterarmen stammen, und schon gar nicht, warum sie solche Angst vor ihrem Stiefvater hat.
Vier Jugendliche. Vier Gründe, alles hinter sich zu lassen. Ein Ziel: das Meer.
Nele will ihren Vater suchen, Lars seinem endlich entkommen. Als die beiden den Aussteiger Noah kennen lernen, ergreifen sie ihre Chance und machen sich mit ihm und seiner Hündin Cassiopeia auf den Weg an die Nordsee. Unterwegs stößt die verschlossene Angel zu ihnen und macht die Gruppe komplett. Doch die Reise ans Meer läuft nicht ganz so glatt, wie die vier sich das zu Beginn vorgestellt haben, zumal nicht nur Trampen, Containern und Nächte unter freiem Himmel dazugehören, sondern auch der schmerzhafte Weg zu sich selbst …

8 Kundenbewertungen für Melissa C. Feurer: Die Ausreißer – Sehnsucht nach Meer

  1. 4 von 5

    :

    Meine Meinung zum Jugendbuch:

    Die Ausreißer

    Sehnsucht nach Meer

    Aufmerksamkeit:
    Diesen Punkt findet ihr auf meinem Blog.

    Inhalt in meinen Worten:

    Nele hat es nicht leicht, sie wird in der Schule gemobbt, einerseits weil sie in einer christlichen Familie groß wird, andererseits weil ihr Vater abgehauen ist, und die Familie sitzen lies, das ist nicht einfach für Nele.

    Als sie dann noch Lars näher kennenlernen darf, und Noah den Weltenbummler, steht fest, sie muss weg, und haut Hals über Kopf mit den beiden Jungs aus der Nähe von Würzburg ab zum Meer. Was sie dabei erleben darf und warum manchmal Eifersucht kein guter Begleiter ist, und was Cassiopeia damit zu tun hat, denn eigentlich hat diese nur die Kids zusammengebracht, erfahrt ihr wenn ihr das Buch lest.

    Wie ich das gelesene fand:

    Endlich ein Buch, das christliche Werte richtig hoch setzt und dabei klar macht, Jugendliteratur für Jugendliche kann auch gut sein. Gerade weil die Autorin nicht nur auf die Schönwetterseiten eingeht, die ein christliches Leben mit sich bringt, sondern auch aufzeigt, was ein Leben ohne Hoffnung mit sich bringen kann, und auch echte Probleme mit sich bringt.

    Probleme im Buch:

    Sei es das Lars Vater Alkoholiger ist und dabei Lars schadet, sei es das Selbstverletzung ein Thema im Buch einnimmt, und das nicht einfach weggebetet wird, sei es aber auch der Verlust des Vaters, die Autorin beleuchtet sehr eindrucksvoll und Lebensnah die Leben der Jugendlichen.

    Auch wenn manche Szenen gezeigt werden, die nicht ohne ist, schafft sie es, einen Leser der mit diversen Lebenspunkten zu tun hat, nicht total zu triggern sondern zu unterhalten, das finde ich genial.

    Wer also Maja und Domenico liebte, kann auch dieses Buch lieben!

    Schreibstil:

    Das Buch ist in einer einfachen Sprache gehalten und nimmt den Leser einfach mit auf eine Reise, die einerseits durch Trampen funktioniert, andererseits durch Wandern. Ich hatte wirklich das Gefühl mit auf reisen zu sein.

    Spannung:

    Ich hab wirklich das Gefühl gehabt mitfühlen und mitgehen zu dürfen, vor allem mit Angel leidete ich mit. Sie war mir irgendwie am nächsten, vielleicht weil wir ein ähnliches Problem haben und hatten, und genau deswegen war das Buch auch für mich spannend, weil ich nicht wusste, was wird mich in der nächsten Stadt antreffen und wen werde ich treffen, wie wird Nele und Angel miteinander umgehen, und wie wird Lars sich entwickeln, eindrucksvoll schafft die Autorin etwas vor Augen zu malen, was so einige Jugendliche treffen kann.

    Jedoch das Ende, das war komisch. Einerseits weil alles offen ist, werde ich noch einmal auf Lars, Nele und die anderen stoßen, oder ist es eine Trennung? Ich hoffe sehr, das ich noch weiter von den Vieren lesen darf.

    Charaktere:

    Ich fand es spannend wie die Charaktere gestaltet waren, einerseits hatte ich das Gefühl mich gut mit ihnen verbinden zu können, andererseits waren sie dennoch weit genug entfernt um mich nicht völlig mit in ihren Strudel zu reißen. Ich mochte es, wie Nele ihre Geschichte meistert, sich selbst erkennt, sich selbst lieben lernt und dabei auch noch lernt, wie sie helfen kann, das andere sich akzeptieren lernen, wie sie sind, einfühlsam und authentisch.

    Empfehlung:

    Dieses Buch ist ein wirkliches christliches Jugendbuch, das aber auch für andere gut zu lesen ist, es wird gebetet im Buch und die Geschichten drehen sich auch darum, wie man Gott finden kann, aber nicht auf unangenehme Art und Weise sondern wie ich es in einem christlichen Jugendbuch erwarte, dabei schafft es die Autorin mich richtig gut zu unterhalten.

    Für Jugendliche und junge Erwachsene die Maja und Domenico von einer anderen Autorin kennen, sollten definitiv auch zu diesem Buch greifen.

    Bewertung:

    Auch wenn ich das Buch hier dicke Lobe, muss ich sagen, das zwischen drin kurz auch mal eine kleine Flaute eingebaut war und es zwei bis drei Punkte gab, die mich leicht störten und die die Autorin etwas anders umsetzen hätte dürfen, z.B. das Mobbing eben manchmal nicht durch eine Flucht gelöst werden kann, sondern es dadurch so gar schlimmer werden könnte.

    Deswegen gibt es 4 sehr gute Sterne von mir, für diese besondere Jugendgeschichte.

  2. 5 von 5

    :

    »Vier Jugendliche aus vier kaputten Familien. Eine zerbrochener als die andere.« (S. 172)

    Nele kämpft in der Schule mit Mobbing. Ihre Eltern haben sich getrennt. Sie kämpft mit ihrem Zorn über die Trennung. Lars – Neles Klassenkamerad – hat Probleme mit seinem alkoholsüchtigen Vater. Seine Mutter ist schon vor längerer Zeit gestorben und nun steht er ziemlich alleine da. Als er auf den Aussteiger Noah trifft, reift in ihm der Plan, mit ihm gemeinsam abzuhauen. Sie bieten Nele an mitzukommen, was sie gerne annimmt, damit sie ihren Vater überzeugen kann, zurückzukommen. Und so begeben sich die Drei auf einen abenteuerlichen Weg von Karlstadt ans Meer. In Gießen gabeln sie noch Angel auf, ein Mädchen, das sich ritzt und ebenfalls aus einem zerrütteten Zuhause kommt.

    Jugendbücher mit ernsten Themen sind zur Zeit sehr im Trend. Doch im Gegensatz zu den nichtchristlichen Jugendbüchern wird in diesem der Bogen nicht überspannt. Ich habe in letzter Zeit aus beruflichen Gründen viele solcher Bücher gelesen und mir fiel jedes Mal auf, wie haltlos und suchend die Jugendlichen darin beschrieben werden. Auf der Suche nach einem Sinn. Und diesen finden die Jugendlichen in Melissa C. Feurers Buch.

    Die Autorin überspannt den Bogen nicht, was mir imponiert hat. Wie gut hätte man manches weiter ausschlachten können. Aber sie bleibt auf dem Boden, beschreibt Situationen einfühlsam und authentisch, aber nicht ausschweifend. Es ist definitiv ein Buch, das zur Reflexion anregt. Dazu anregt, sich in andere hineinzuversetzen.

    Die Perspektiven wechseln immer oft, manchmal innerhalb eines Kapitels fließend. Dadurch ist dieser Roman sowohl für Jungen als auch Mädchen geeignet. Ein wenig Liebe schleicht sich heimlich mit rein, wird aber eher am Rande thematisiert. Von Anfang an ist dagegen der Glaube an Gott Thema. Für den Nele in der Schule u.a. gehänselt wird. Für Noah ist er ebenfalls ein Anker, auch wenn lange unklar ist, wie und wo er steht, warum er ausgerechnet Erbsen zählt?

    Es gibt kein vor Glückseligkeit triefendes Happy End, sondern ein realistisches, den Leser zufriedenstellendes Ende, voller Hoffnung. Man schlägt das Buch zu mit dem Gefühl, etwas fürs Leben mitgenommen zu haben.

  3. 5 von 5

    :

    LEXI

    Vier Jugendliche aus vier kaputten Familien, so verschieden wie Feuer und Wasser, unterwegs zum Meer

    „Es gibt so viel Mist auf der Welt. Und die schlimmsten Dinge passieren in Familien. Diese glücklichen, netten Familien mit Vater, Mutter und zwei Musterkindern, die sich alle anstrahlen, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt – die gibt es doch nur auf Müslipackungen!“ (Lars)

    Der Halbwaise Lars glaubt nicht an eine heile Familienwelt. Er lebt bei seinem gewalttätigen alkoholkranken Vater, ist ein unscheinbarer und feinfühliger Junge, der sich hart und abweisend gibt und keine Freunde hat. In der Schule vermeidet er es konsequent, aufzufallen und wird von den meisten einfach übersehen. Lars ist ruhig, mag keinen Lärm, und hält sich tunlichst aus allem raus.

    Nele Zimmermann ist unsportlich und mollig, hat ebenso wie Lars keine Freunde und wird als unbeliebte Schülerin in ihrer Klasse gemobbt. Als braves Mädchen aus christlichem Elternhaus, deren Vater kürzlich die Familie verlassen hat und mit seiner neuen Freundin im Norden des Landes lebt, stellt sie ein begehrtes Zielobjekt für die Schikanen ihrer Mitschüler dar. Das Selbstbewusstsein des warmherzigen und einfühlsamen Scheidungskindes leidet fürchterlich unter dieser Situation, und als sie wieder einmal von ihren Mitschülerinnen grausam gehänselt und gekränkt wird, kommt ihr völlig unerwartet Lars zu Hilfe.

    Der ruhelose Einzelgänger Noah ist bereits seit seinem achtzehnten Geburtstag auf der Straße unterwegs. Eine zottige Mischlingshündin namens Cassiopeia begleitet ihn auf seiner Wanderschaft. Als der Hund in Karlstadt von einem Auto angefahren wird, ist Lars zufällig Zeuge dieses Zwischenfalls. Er hilft Noah, das Tier zu verarzten und besorgt den beiden eine Unterkunft. Der charismatische und stets gut gelaunte Noah erzählt Lars von seinem nächsten Ziel und lädt Lars spontan ein, ihn auf seiner Wanderschaft zur Nordsee zu begleiten. Durch einen Zwischenfall in der Schule eskaliert schließlich die Lage in Karlstadt und Lars packt tatsächlich seinen Rucksack. Er beschließt, abzuhauen und sich dem gewalttätigen Einfluss seines Vaters zu entziehen. Zugleich spitzen sich jedoch auch bei Nele die Dinge zu, bei ihr bahnt sich ebenfalls eine Katastrophe an. Als sich unterwegs auch noch Noahs Bekannte Angel zum Trio gesellt, sind kurz darauf vier Jugendliche und ein Hund unterwegs zum Meer.

    Melissa C. Feurer erzählt in diesem beeindruckenden Jugendbuch die traurigen Geschichten von vier jungen Menschen, deren hervorragende Charakterisierung sie dem Leser sofort ans Herz wachsen lässt. Die vier Protagonisten sind grundverschieden, haben jeder für sich einen Grund, abzuhauen. Die Wanderschaft stellt sich alles andere als einfach heraus. Nicht nur mangelnder Komfort, Hunger und die Suche nach Schlafplätzen machen ihnen zu schaffen, sondern auch ihre seelischen Wunden. Während ihrer Reise unterwegs zum Meer müssen sie sich ihren Gefühlen stellen. Das Verarbeiten ihrer Probleme und der damit einhergehende Veränderungsprozess werden von der Autorin eindrucksvoll beschrieben. Die handelnden Figuren sind vielschichtig dargestellt. Noah hält die ganze Gruppe zusammen und trägt dazu bei, eine Vertrauensbasis aufzubauen. Die harten Fassaden der Jugendlichen bröckeln langsam, und der Weg zum Meer wird zugleich auch zu einem Weg der Selbstfindung und Heilung.

    Der Schreibstil der Autorin ist äußerst einnehmend. Behutsam und mit viel Feingefühl tastet sie sich nach und nach an die Probleme ihrer Figuren heran, offenbart in kleinen Schritten deren seelische Verletzungen. In Form von beeindruckenden und sehr tiefsinnigen Dialogen dürfen die traumatisierten Teenager gegenseitige Verständnis und Wertschätzung erfahren.

    „Die Ausreißer – Sehnsucht nach Meer“ ist ein sehr berührender Jugendroman, der schwierige familiäre Situationen und das Mobbing in Schulen zum Kernthema hat. Melissa C. Feurer legt zudem großes Gewicht auf den christlichen Glauben und wartet darüber hinaus mit einer Fülle von Lebensweisheiten auf. Sie plädiert dafür, die Hoffnung niemals aufzugeben und führt ihre Protagonisten letztendlich zur Erkenntnis, dass Zeit zwar nicht alle Wunden heilt, manche schmerzhaften Erfahrungen im Leben jedoch zur persönlichen Entwicklung beitragen.

    „Vielleicht geht es Menschen im Bezug auf Gott manchmal auch so. Sie sind wütend und enttäuscht, weil Gott ihnen eine schmerzhafte Erfahrung nicht erspart hat, und erkennen einfach nicht, dass er es gut mit ihnen meint.“

  4. 5 von 5

    :

    Nele leidet darunter, dass sie in der Schule nicht dazugehört. Sie wird wegen ihrem Übergewicht verspottet, außerdem fühlt sie sich wegen ihrem Glauben als Außenseiterin. Obwohl sie Kirchgänger sind, hat ihr Vater die Familie verlassen, und lebt nun mit einer anderen Frau zusammen. Die Mutter ist überfordert, da sie nun allein für die kleine Familie sorgen muss. Als Neles Tante, die Religionslehrerin der Klasse, auch noch Nele bei einem Gespräch über das Thema Mobbing als Beispiel nehmen will, reicht es Nele. Sie hat den Eindruck sie muss weg, denn das wäre einfach nur peinlich.

    Lars hat ganz andere Probleme. Seine Mutter starb als er noch klein war. Sein Vater kam damit nicht zurecht, also griff er zur Flasche. Inzwischen ist er fast immer betrunken, und dabei wird er auch Lars gegenüber gewalttätig.

    Noah ist ein Reisender. Er hat schon vor einer Weile, kurz vor dem Abitur, sein Zuhause verlassen. Unterwegs traf er auf einen Hund, der ihn von da an begleitet. Er ist gerade in Karlstadt, der Heimat von Lars und Nele, als sein Hund angefahren wird. Lars hilft ihm den Hund zu verarzten, und entschließt sich Noah auf seiner Reise zu begleiten, denn er hält es in seinem von Gewalt geprägtem Zuhause nicht mehr aus. Mit Nele bekommt die Reise ein Ziel. Sie möchte ihren Vater zurückholen.

    Unterwegs stößt noch eine Freundin von Noah dazu, die auch ihre Gründe hat auszureißen. Ihre Kälte und Unnahbarkeit zeigen wie tief sie verletzt wurde. Gemeinsam macht sich das Gespann auf den Weg nach Glücksstadt, um Neles Vater aufzusuchen, und danach ans Meer.

    Die Härten des Vagabundenlebens werden anschaulich beschrieben; die Sehnsucht nach einer Dusche oder einer warmen Mahlzeit, das lange Warten auf eine Fahrgelegenheit, aber auch die Streitigkeiten unterwegs. Auf dieser Reise kommen sich die vier Jugendliche näher. Schlafmangel und Hunger tragen ihren Teil dazu bei, dass die Vier schonungslos offen miteinander umgehen. Sie tauschen sich auch über Gott und die Welt aus. Dabei entdecken sie viel über sich selbst.

    In diesem Jugendbuch werden viele Themen angesprochen, die Jugendliche bewegen. Es geht um körperlichen und sexuellen Missbrauch, das Ritzen, die Sehnsucht nach Liebe, Vernachlässigung, Scheidung, Freundschaft und Familie. In den Gesprächen geht es auch immer wieder um Gott, der auch in den schweren Zeiten bei uns ist. Eine packende Geschichte, mit einer wertvollen Botschaft.

  5. 5 von 5

    :

    Berührender Jugendroman über vier Jugendliche auf der Reise zu sich selbst

    Cover:
    Das Cover passt hervorragend zum Inhalt des Buches. Am unteren Rand sehen wir die vier Jugendlichen und die Hündin Cassiopeia, um die es in diesem Buch geht. Im oberen Abschnitt ist das Meer zu sehen, wohin sie die gemeinsame Reise führt. Es gefällt mir sehr.

    Inhalt:
    Die schüchterne Nele wird von ihren Mitschülern wegen ihres Übergewichts und weil ihr Vater die Familie wegen einer anderen Frau verlassen hat gemobbt. Zudem wird ihre Situation zum Teil auch dadurch, dass sie Christin und ihre Patentante ihre Religionslehrerin ist, noch erschwert. Ihr Mitschüler Lars lebt bei seinem Vater. Dieser ist nach dem Tod der Ehefrau der Alkoholsucht verfallen und schlägt und erniedrigt seinen Sohn.
    Als die beiden auf den Aussteiger Noah und dessen Hündin Cassiopeia treffen, reißen Nele und Lars von zu Hause aus und wollen mit Noah ans Meer fahren. Unterwegs treffen sie auf Angel, Noahs Ex-Freundin, die sich ihnen auf ihrer Reise anschließt. Jeder hat seine Gründe, wieso er nur noch von zu Hause weg will.
    Auf ihrer Reise trampen sie, übernachten im Freien und versorgen sich mit Lebensmitteln aus den Containern von Supermärkten. Sie werden auf diesem Road Trip nicht nur Freunde, sondern finden auch den Weg zu sich selbst.

    Meinung:
    Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig. Die Geschichte ist in der Gegenwartsform geschrieben, was ich sehr passend fand, denn dadurch hatte ich das Gefühl live dabei zu sein. Das Buch ist aus der dritten Erzählperspektive von Nele, Lars und Noah geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann. Hier hätte ich mir auch gerne die Perspektive von Angel gewünscht, denn sie ist eine sehr verschlossene und nach außen hin eiskalte Persönlichkeit. Dies ist für sie jedoch lediglich eine Schutzmaßnahme, mit der sie ihre verletzliche Seite, nach den Geschehnissen in ihrer Vergangenheit, versteckt. Sehr gerne hätte ich mehr von ihr erfahren.
    Jeder der vier Aussteiger hat mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen und weist eine andere Persönlichkeit auf. Dadurch ist es möglich, dass jeder Leser eine Person findet, mit der er sich identifizieren kann. Das Buch hat für mich eine solche Sogwirkung entwickelt, so dass ich es nicht aus der Hand legen konnte und die vier Ausreißer sehr gerne auf ihrer Reise zum Meer begleitet habe. Vor allem die Gefühle, Sorgen und Gedanken der Charaktere wurden für mich sehr authentisch beschrieben, so dass ich sie schweren Herzens wieder habe gehen lassen.

    Ein großartiges Buch, das so realitätsnah beschrieben ist, dass ich das Gefühl hatte mit den Jugendlichen unterwegs zu sein. Die Probleme des Trampens, etc. werden nicht beschönigt, sondern sehr wirklichkeitsgetreu dargestellt. Das Ende ist etwas offen gehalten, aber man kann das Buch definitiv mit ruhigem Gewissen schließen.

    Fazit:
    Ein sehr berührender und wunderbarer Jugendroman mit sympathischen Charakteren, von denen jeder sein Päckchen zu tragen hat. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Zusammenhalt, Familie, Hoffnung und der Suche nach sich selbst. Der Glaube spielt für zwei der Charaktere eine wichtige Rolle, doch das Buch war in keiner Weise belehrend. Das Buch enthält wichtige Botschaften, unter anderem dass wir uns gegenseitig mit Achtung und Respekt begegnen sollten. Absolute Leseempfehlung.

  6. 5 von 5

    :

    „…Rücksichtnahme, Offenheit und gegenseitige Achtung im Umgang miteinander sind wichtige Kennzeichen unserer Schulgemeinschaft…“

    Dieser Satz steht groß in der Aula von Neles Schule. Leider erlebt sie die Schultage völlig anders. In Klasse 9c hat Elli und ihre Clique das Sagen. Sie lassen Nele spüren, dass sie nicht besonders schlank ist. Auch die Scheidung ihrer Eltern führt zu spitzen Bemerkungen. Christliche Väter trennen sich nicht von der Familie.
    In die gleiche Klasse geht Lars. Ihm gelingt es, sich unsichtbar zu machen. So entgeht er den Mobbing der anderen.
    Doch heute stellt sich Lars an Neles Seite und sorgt dafür, dass die Mitschüler Ruhe geben.
    Auf dem Heimweg trifft Lars den 18jährigen Noah. Der ist mit seinem Hund Cassiopeia unterwegs.
    Der Hund wurde gerade angefahren. Lars kümmert sich um das Tier und nimmt Noah kurzzeitig mit nach Hause.
    Am nächsten Tag machen sich Noah, Nele und Lars auf den Weg ans Meer.
    Die Autorin hat ein spannendes Jugendbuch geschrieben. Die Geschichte lässt sich flott lesen und hat mich schnell in ihren Bann gezogen.
    Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Lars geht mit, weil er seinem alkoholabhängigen Vater und dessen Prügelattacken entfliehen will. Er schließt sich normalerweise nicht gern jemand an.
    Nele hofft in Glücksstadt ihren Vater zu finden. Sie wünscht sich, dass er zurückkehrt.
    Noahs Grund für seine Wanderung durch Deutschland bleibt lange im Dunkeln. Es zeigt sich allerdings, dass er Erfahrungen mitbringt. Außerdem fühlt er sich für Lars und Nele verantwortlich.
    Der Schriftstil ist abwechslungsreich und auf die Zielgruppe zugeschnitten. Detailgenau wird die Reise beschrieben. Dabei werden auftretende Schwierigkeiten keinesfalls ausgeblendet. Als in Gießen Angel, eine Freundin von Noah, zur Gruppe stößt, nehmen die Spannungen zu.
    Sehr viel Wert legt die Autorin auf die Emotionen ihrer Protagonisten. Nele kämpft nicht nur mit Heimweh, sie macht sich Vorwürfe, mit einer kurzen Nachricht ihre Mutter und die kleine Schwester allein gelassen zu haben. Lars fällt es schwer, zu seinen Gefühlen zu stehen. Wenn sich Nele mit Noah unterhält, fühlt er sich ausgeschlossen. Angel wirkt nach außen eiskalt. Sie provoziert und verdeckt damit ihre tiefe Verletzlichkeit.
    Ab und an erfahre ich ein paar Episoden aus Noahs bisherigen Wanderleben.
    Zu den Höhepunkten des Buches gehören die exakt ausgearbeiteten und zum Teil tiefgründigen Gespräche. Mit Noah unterhält sich Nele über Fragen des Glaubens. Lars ahnt, dass sich Neles Wünsche nicht erfüllen werden und tauscht sich darüber mit Noah aus. Der antwortet.

    „…Manchmal muss man etwas ganz Bescheuertes tun, damit offene Wunden heilen können…“.

    Heftig sind die Dialoge von Nele mit ihrem Vater. Sie sagt ihm unverblümt, wie sie die Trennung sieht.
    Die Autorin zeigt durch diese Gespräche vor allem, wie jeder einzelne in den Tagen innerlich reift. Sie lernen, nicht nur sich selbst, sondern auch die Probleme des anderen in ihre Entscheidung einzubeziehen. Außerdem bekommen sie eine völlig neue Sicht auf den Glauben.
    Auf ihren Weg begegnet die Gruppe völlig unterschiedlichen Menschen. Sie erfahren Hilfsbereitschaft, müssen an anderen Stellen aber sehr vorsichtig sein.
    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Auswahl der Gruppenmitglieder hat eine permanente innere Spannung aufgebaut. Jeder hatte seine Stärken, aber auch gewisse Ecken und Kanten. Es ging um Verantwortung und gegenseitige Achtung.

  7. 5 von 5

    :

    Flucht und Selbstfindung
    4 Jugendliche reißen aus den unterschiedlichsten Gründen von zu Hause aus und finden auf dieser Reise nicht nur gute Freunde sondern auch zu sich selber.

    Dieser Jugendroman beschäftigt sich mit den aktuellen Problemen vieler Jugendlicher am BEsispiel von Noah, Nele, LArs und Angel.
    Mißachtung, Mobbing, Vernachläsigung, Mißbrauch , Alkoholismus, Selbstverletzung und Gewalt führen genauso wie die unbewältigte Scheidung der Eltern zu Selbstzweifeln und zur Flucht von zu Hause.
    Diese Flucht ist ein Aufbruch , der zum verlorenen Vater führt und ganz nebenbei Freundschaften entstehen läßt, die Mut machen und Schwieirigkeiten überwinden läßt.
    Aus Einsamkeit wird Gemeinschaft und VErständnis für den Anderen.
    Der Frage nach dem Glauben kommt zur Sprache und wird aus Sicht von Jugendlichen für Jugendliche beleuchtet.
    Der Schreibstil ist flüssig und die Handlung realitätsnah.
    Sie könnte sich heute in jeder Kleinstadt so oder ähnlich zu tragen.
    Nichts wird beschönigt, weder die häuslichen Zustände noch die Probleme, die sich unterwegs ergeben. Manches wird nicht deutlich ausgesprochen, aber am Ende weiß jeder was Sache ist.
    Lösungsmöglichkeiten werden aufgezeigt, allerdings bleibt auch das eine oder andere am Ende offen.
    Die Elternperspektive hätte aus meiner Sicht noch mehr beleuchtet werden können. Aber das es sich hier um ein Buch für Jugendliche handelt, werden diese es wohl eher anders empfinden.

  8. 5 von 5

    :

    „Es gibt Momente, da will man nicht reden. Da will man einfach nur seine sieben Sachen packen und ans Meer fahren.“ (VS)
    Nele hat es schwer in der Schule, von ihrer Klasse wird sie ständig gemobbt, sei es wegen ihrem Übergewicht oder weil ihr Vater ihre Mutter verlassen hat. Das dabei ihre Familie auch noch Christen sind und ausgerechnet ihre Patentante Bea die Religionslehrerin an der Schule macht das ganze nur noch schlimmer. Doch da gibt es noch Lars in ihrer Klasse, den Unsichtbaren, den er ist so still und ruhig, dass er kaum auffällt. Lars hat seine Mutter schon recht früh verloren, diesen Verlust hat sein Vater nicht verkraftet und ist dabei zum Alkoholiker geworden. Dabei muss Lars oft jede Menge einstecken, er hat keine Freunde und das bisschen Geld was sie haben versäuft sein Vater. Eines Tages begegnet ihm Noah mit seinem Hund Cassiopeia, der von einem Auto angefahren wurde. Noah ist ein Aussteiger, ihn hält es in keiner Stadt lange, sein nächstes Ziel ist das Meer. Zuletzt ist da noch Angel Noahs Freundin die sie durch Zufall auf ihrer Reise an Meer wieder treffen. Doch diesmal will sie Noah nicht im Stich lassen, den Angel hat schreckliches durchgemacht. Sie redet nicht viel, dafür sprechen ihre Unterarme um so mehr was mit ihr und ihrem Stiefvater passiert ist. Vier Jugendliche, vier Gründe, vier Probleme um ihr altes Leben hinter sich zu lassen und ans Meer abzuhauen. Nele will dabei ihren Vater zurückholen und Lars möchte mit Noah endlich seinem Vater entkommen. Jede Menge Abenteuer und Gebet ist nötig, bis sie am Ziel sind. Was es wohl mit Noahs Erbsen in seiner Tasche auf sich hat?

    Meine Meinung:
    Dies ist mein erstes Buch von der C.S. Lewis Preisträgerin Melissa C. Feurer. Es ist für mich nicht einfach, dieses Buch jetzt aus Sicht einer 14-Jährigen zu beurteilen, den ab dieses ist das Buch. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut, auch wenn mir die Eindrücke der Eltern in der ganzen Geschichte ein wenig gefehlt haben. Aber das ist jetzt jammern auf hohem Niveau, den sonst war die Geschichte sehr interessant und gut. Die Autorin greift Probleme auf, wie sie heute viel zu oft vorzufinden sind. Scheidungskinder, Missbrauch, Mobbing, Ritzen, Liebesentzug, Alkoholismus das ist der Zeitgeist unserer heutigen Zeit, wie sie tagtäglich in vielen Familien vorzufinden sind. Davor sind auch christlichen Familien wie im Beispiel Nele nicht gefeit. So zeigt die Autorin auf, in welche Zwickmühle die Kinder geraten können, wenn sie abhauen. Sehr realistisch nimmt sie uns Leser mit auf die Reise ans Meer, mit all den Abenteuern und Problemen die, die Jugendliche erleben und über die sie sich auf ihrer Reise klarer werden. Wieder einmal merkt an der Geschichte, wie wichtig es für Eltern ist, das sie mit ihren Kindern über Probleme reden. Aber auch Lehrer sollten ihre Augen nicht verschließen vor Problemen wie Mobbing, Schlägerei…. Natürlich hätte ich gerne auch erfahren wie es den Eltern in dieser Situation erging, aber da es ein Buch für Jugendliche ist stehen natürlich diese im Mittelpunkt. Doch auch Fragen nach Gott, Gebet, Gottes eingreifen sind die Fragen die, die Ausreißer beschäftigt. Eine gute Road Story, die mir bestens gefallen hat und der ich 5 von 5 Sterne gebe.

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Zusätzliche Informationen

BN204140
ISBN978-3-03848-140-9
AutorMeslissa C. Feurer
ErscheinungsjahrFrühjahr 2018
UmschlagKlappenbroschur
Umfangca. 224 Seiten
Format13 x 20,5 cm