Iris Muhl – Die Nacht der Versprengten

4.67 von 5 basierend auf 9 Kundenbewertungen
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Art.-Nr.: 204059 Kategorien: ,

Produktbeschreibung

Iris Muhl – Die Nacht der Versprengten

Eine wahre Geschichte über Versöhnung und Frieden. Und wohl eine der schönsten und denkwürdigsten Weihnachtserfahrungen unserer Zeit.
Winter 1944. Bäckermeister Vincken verpflichtet sich bei der Wehrmacht in den Ardennen, für die Armee Brot zu backen. Seine Frau und den zwölfjährigen Sohn Fritz setzt er in einer kleinen Hütte in der Nähe der amerikanischen Linien ab. Tief eingeschneit warten die Frau des Bäckers und ihr Sohn Fritz auf den Ehemann und Vater, der sie zu Weihnachten besuchen und Nahrungsmittel mitbringen soll. Aber er taucht nicht auf.
Die Vorräte gehen bald zu Ende. Es sind nur noch sechs Kartoffeln und etwas Huhn übrig, und Heiligabend steht vor der Tür. Einen Tag später klopft es plötzlich an der Tür, die Frau öffnet ängstlich. Draußen stehen drei halberfrorene amerikanische Soldaten. Der eine ist schwer verletzt. Die deutsche Bäckersfrau bittet die Amerikaner herein, legt den kranken Soldaten auf ihr Bett. Dann kocht sie eine Hühnerbrühe und gibt die letzten sechs Kartoffeln in die Suppe.
Erneut klopft es an die Tür. Angst breitet sich in der ganzen Hütte aus. Trotzdem öffnet die Frau mutig. Draußen stehen vier deutsche Soldaten, durchgefroren und bis an die Zähne bewaffnet … Was nun in dieser verschneiten Hütte passiert, ist dramatisch und bewegend zugleich.
Fritz Vincken, der Zwölfjährige aus der Geschichte, hat nach dem Krieg dieses Erlebnis erzählt, das in den USA bis heute viel Beachtung findet und sogar verfilmt wurde («Silent Night»). Die Journalistin und Autorin Iris Muhl erzählt jetzt die Geschichte als Roman neu. Ein bewegendes Weihnachtsbuch für alle Generationen. Wer diese Story gehört oder gelesen hat, vergisst sie nicht mehr!

Leseprobe

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Auch von Iris Muhl

9 Kundenbewertungen für Iris Muhl – Die Nacht der Versprengten

  1. 5 von 5

    :

    „… Nur das Wesentliche verstand sie: Menschen brauchten Essen, Wärme und eine helfende Hand…“

    Es ist der Weihnachtsabend 1944. Irgendwo in den Ardennen lebt der 12jährige Fritz mit seinen Eltern in einer Jagdhütte. Der Vater ist Bäcker für die Armee und wird jeden Moment zurückerwartet. Fritz ist in dem kleinen Holzschuppen, um Holz für den Kamin zu holen. Da sieht er drei Männer kommen. Er lässt alles Stehen und Liegen und warnt seine Mutter.
    Die Autorin hat eine Weihnachtsgeschichte nach eine wahren Begebenheit geschrieben.
    Drei Amerikaner treffen bei der Jagdhütte ein. Einer ist schwer verletzt. Kurze Zeit später erreichen vier deutsche Soldaten das Haus. Einer ist Medizinstudent.
    In dieser einen Nacht siegt Menschlichkeit und Mut über Krieg und Macht. Fritz` Mutter besiegt die Angst. Mit Geschick und Durchsetzungsvermögen gelingt es ihr, alle zu einem Weihnachtsessen zusammen zu bekommen. Die Waffen bleiben vor der Tür. Konsequent setzt sie ihren Willen durch.
    Der Schreibstil des Buches ist berührend. In jedem Moment ist die innere Angst der Mutter spürbar. Sie weiß, dass nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihres Sohnes auf Messers Schneide steht. Doch sie kann und will ihre Hilfe nicht verweigern. Geschickt versteht es die Autorin, nicht nur Episoden aus der Vergangenheit der Mutter, die ihr Leben geprägt haben, in die Handlung zu integrieren, sondern auch die Geschichte ihrer Besucher zu erzählen. Die eine Nacht genügt, um selbst die Einstellung harter Männer zu ändern. Plötzlich stehen sie zusammen, als eine neue Gefahr im Anzug ist.
    In Personenregister zu Beginn und ein Nachwort sowie Ausführungen zu den geschichtlichen Hintergründen ergänzen das Buch.
    Das dunkle Cover mit der Hütte im Licht als Ort der Hoffnung und der Wärme ist sehr gut gelungen.
    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es erzählt von Frieden und Versöhnung in dunkler Zeit.

  2. 5 von 5

    :

    Fröhliche Weihnachten „, sprach sie in gespielter Gelassenheit, während ihr Inneres vibrierte.
    Die Stimme der Frau und ihr Friedenswunsch durchfuhren die Männer wie ein Blitzschlag. (Zitat, S. 63)

    Heiligabend, 1944. Eine kleine Hütte mitten im Wald, im Niemandsland zwischen den Fronten, zwischen amerikanischen und deutschen Soldaten, in den Ardennen.

    Hier wohnt Elisabeth Vincken und ihr zwölfjähriger Sohn Fritz, nachdem sie in Aachen ausgebombt worden sind. Es ist eine eisige Nacht, sie erwarten eigentlich den Ehemann und Vater, der als Bäcker für die deutsche Wehrmacht arbeitet, aber es sind drei Amerikaner, einer von ihnen ist schwer verletzt, die an diesem Abend vor ihrer Türe stehen. Elisabeth Vincken ist es mulmig zumute, aber dennoch obsiegt ihre Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, als sie den Feinden die Türe öffnet.
    Etwas später spitzt sich die Lage dramatisch zu, als vier deutsche Soldaten vor der Türe stehen……

    Diese Begegnung in der Weihnachtsnacht 1944 hat es wirklich gegeben. Fritz Vincken hat sie überliefert und diese Geschichte wurde in Amerika berühmt.
    Iris Muhl hat den Personen Gesichter gegeben, hat dieses Ereignis lebendig erzählt.

    Ein Stück Frieden im Krieg, Eine Nacht, die zeigt, dass hinter jedem Soldat auch ein Mensch steckt.
    Iris Muhl hat in diese kleine Geschichte viel verpackt. Sie hat die Courage der Elisabeth Vincken beschrieben, sie hat die Menschen beschrieben, die sich hier für eine Nacht angenähert haben, sie hat gezeigt, wie sie über ihre Schatten gesprungen sind. Keine einfache Nacht, keine alltägliche Situation. Und dennoch, es gab in dieser Nacht nicht nur besinnliche Stunden, die unterschwellingen Spannungen mussten überwunden werden, es gab auch einige sehr brennzlige Situationen.

    Das schöne an dieser Geschichte ist auch, dass hier nicht nur Elisabeth Vincken und ihr Sohn „zu Wort “ kommen, sondern dass die Perspektive häufig wechselt und so lässt uns die Autorin auch hinter die Fassaden der Soldaten schauen, sie bleiben nicht nur Soldaten, sondern auch sie haben Familie, Mütter, haben Wünsche und vor allem Ängste.

    Der Kern dieser Nacht ist wahr und das gibt dieser Geschichte eine sehr bedeutsame Tiefe. Es regt zum Nachdenken und Innehalten ein.
    Der Autorin ist es gelungen, diese besondere Nacht wieder zum Leben zu erwecken.

    Eine sehr beeindruckende Geschichte, spannend erzählt.

  3. 5 von 5

    :

    Das fesselndste Buch, das ich seit langem gelesen habe
    Iris Muhl nimmt uns unmittelbar mit in die Geschichte jenes bedeutungsvollen Abends hinein – ohne langen Vorspann. Dann geht es Schlag auf Schlag weiter. Das Buch ist sehr spannend geschrieben, dies liegt einerseits am direkten Schreibstil, andererseits natürlich am brisanten Inhalt der Geschichte. Jeden Augenblick kann die Situation durch ein falsches Wort oder eine missverstandene Geste aus den mühsam friedlich gehaltenen Bahnen geraten. Diese Tatsache macht das Buch so fesselnd, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte und in einem Rutsch durchlesen „musste“. Jeden Moment konnte etwas passieren, dass die Situation eskalieren lässt.
    Durch die kurz gehaltenen Kapitel behält man leicht den Überblick und man weiss immer genau, worum es gerade geht (ein Rückblick, ein Gedankengang, eine Situation, ein Gemütszustand, …).
    Neben der grossartigen Geschichte birgt das Buch auch noch einen tieferen Inhalt: Immer wieder trifft man beim Lesen auf Gedanken über Weihnachten: Was macht die wahre Weihnacht aus? Kann Friede sein, nur weil Weihnachten ist? Was bedeutet das Kommen Jesu auf diese Welt – gerade in Kriegszeiten? Warum macht sich Gott klein und wird ein Mensch? Diese und andere Fragen trifft man direkt oder indirekt an und sie regen zum weiteren Nachdenken an. Durch die alles andere als friedvolle Zeit, von der das Buch handelt, bekommen diese Fragen eine bedeutungsvollere Dimension.

  4. 5 von 5

    :

    Meine Meinung zum Buch: Die Nacht der Versprengten

    Aufmerksamkeit und Erwartung:

    Diesen Punkt beantworte ich euch, wie stets auf meinem Blog 🙂

    Inhalt in meinen Worten:

    Fritz, ein 12 jähriger Junge, und seine Mutter leben in einer Hütte. Es ist der zweite Weltkrieg. Sie flüchten vor der Hitlerjugend. Denn Fritz Mutter möchte Ihren Sohn beschützen.

    Doch dann kommt das unerwartete: Amerikanische Soldaten bitten um Einlass für die Nacht, mit einem schwer verletzten. Wenig später kommt die nächste Gastgruppe. Doch wird das gut gehen? Und wird Fritz durch diese Begegnung reifer werden? Oder was wird passieren. Diese Fragen beantwortet dieses Buch.
    Um eines vorweg zu nehmen: Dieses Buch ruht auf wahren Begebenheiten.

    Wie wirkte das gelesene auf mich?

    Mit Vorsicht wirft mich Iris in ihre Geschichte. Dabei malt sie mir die Kulisse des Handlungsortes fabelhaft vor die Augen.

    Mit Sprachgewandtheit schafft Sie es, mich wieder in ihr Abenteuer mit zu ziehen, und auch gespannt, Seite für Seite zu lesen.

    Handlung:

    Nachdem Iris meist so schreibt, dass ich als Leserin in die Geschichte eintauchen kann, dabei aber selbst noch mitfühlen und fiebern darf, ist es einfach immer wieder interessant, wo hin mich die Autorin führt.

    Dieses mal in eine Geschichte, die für mich persönlich viele Fragen aufwirft. Würde ich so wie Fritz Mutter handeln? Wäre ich diesem ganzen gewachsen? Zwei verfeindete Gruppen in meinem Haus aufzunehmen, und ein schönes Weihnachtsessen mit dem wenigsten was ich besitze zu zaubern?

    Wie ist es für mich, selbst in die Schusslinie zu geraten? Ich weiß nicht ob ich so „ruhig“ geblieben wäre oder nicht total panisch reagiert hätte, und damit vielleicht alles verschlimmert hätte.

    Doch die Mutter von Fritz blieb ruhig.

    Auch weil es eine wahre Geschichte ist, setzt das gelesen noch einmal einen anderen Fokus.

    Zitat aus dem Buch:

    „In gewissen Situationen ist es unsere Aufgabe, mit dem Herzen zu denken, nicht rational.“

    Seite 164,

    Humor?

    Obwohl es eine so tragische und schwere Geschichte ist, steckt eine Menge Humor in dieser Geschichte, der es wert ist, entdeckt zu werden.

    Spannung:
    Für mich war die Geschichte in der Tat spannend, denn es hätte ja immer noch eine andere Wendung kommen können, als das es letztlich dazu kam.

    Charaktere:

    Sind von Iris Detailgetreu und liebevoll in die Szene gesetzt worden. Fritz, die Soldaten, die Mutter, letztlich sogar der Winter.

    Kann ich euch das Buch empfehlen?
    Ja! Nicht nur weil Iris sehr schön schreiben kann, nein, man kann aus dieser Geschichte wirklich noch eine Menge lernen. Sei es die Ruhe zu bewahren, den Mut eines einzelnen zu erkennen, egal in welcher Position man steht, Frieden zu halten, auch wenn man sich eigentlich hassen sollte.

    Fazit:

    Ein Buch, dass etwas kurz an den Seiten ist aber intensiv in den Gefühlen und reich an Mut steckt.

    Sterne:

    Ich vergebe 5.

  5. 5 von 5

    :

    „Fröhliche Weihnachten „, sprach sie in gespielter Gelassenheit, während ihr Inneres vibrierte.
    Die Stimme der Frau und ihr Friedenswunsch durchfuhren die Männer wie ein Blitzschlag. (Zitat, S. 63)

    Heiligabend, 1944. Eine kleine Hütte mitten im Wald, im Niemandsland zwischen den Fronten, zwischen amerikanischen und deutschen Soldaten, in den Ardennen.

    Hier wohnt Elisabeth Vincken und ihr zwölfjähriger Sohn Fritz, nachdem sie in Aachen ausgebombt worden sind. Es ist eine eisige Nacht, sie erwarten eigentlich den Ehemann und Vater, der als Bäcker für die deutsche Wehrmacht arbeitet, aber es sind drei Amerikaner, einer von ihnen ist schwer verletzt, die an diesem Abend vor ihrer Türe stehen. Elisabeth Vincken ist es mulmig zumute, aber dennoch obsiegt ihre Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, als sie den Feinden die Türe öffnet.
    Etwas später spitzt sich die Lage dramatisch zu, als vier deutsche Soldaten vor der Türe stehen……

    Diese Begegnung in der Weihnachtsnacht 1944 hat es wirklich gegeben. Fritz Vincken hat sie überliefert und diese Geschichte wurde in Amerika berühmt.
    Iris Muhl hat den Personen Gesichter gegeben, hat dieses Ereignis lebendig erzählt.

    Ein Stück Frieden im Krieg, Eine Nacht, die zeigt, dass hinter jedem Soldat auch ein Mensch steckt.
    Iris Muhl hat in diese kleine Geschichte viel verpackt. Sie hat die Courage der Elisabeth Vincken beschrieben, sie hat die Menschen beschrieben, die sich hier für eine Nacht angenähert haben, sie hat gezeigt, wie sie über ihre Schatten gesprungen sind. Keine einfache Nacht, keine alltägliche Situation. Und dennoch, es gab in dieser Nacht nicht nur besinnliche Stunden, die unterschwellingen Spannungen mussten überwunden werden, es gab auch einige sehr brennzlige Situationen.

    Das schöne an dieser Geschichte ist auch, dass hier nicht nur Elisabeth Vincken und ihr Sohn „zu Wort “ kommen, sondern dass die Perspektive häufig wechselt und so lässt uns die Autorin auch hinter die Fassaden der Soldaten schauen, sie bleiben nicht nur Soldaten, sondern auch sie haben Familie, Mütter, haben Wünsche und vor allem Ängste.

    Der Kern dieser Nacht ist wahr und das gibt dieser Geschichte eine sehr bedeutsame Tiefe. Es regt zum Nachdenken und Innehalten ein.
    Der Autorin ist es gelungen, diese besondere Nacht wieder zum Leben zu erwecken.

    Eine sehr beeindruckende Geschichte, spannend erzählt.

  6. 4 von 5

    :

    At home. At home like never before.

    „In gewissen Situationen ist es unsere Aufgabe, mit dem Herzen zu denken, nicht rational.“

    Iris Muhl hat es geschafft, aus einer wahren Begebenheit einen Roman zu machen, der tief berührt und den Leser sehr nachdenklich zurücklässt. Eine Begebenheit, die von Mut und sehr viel Nächstenliebe zeugt, die jedoch auch mit großem Risiko verbunden ist. Denn als die Bäckersgattin Elisabeth Vincken mit ihrem zwölfjährigen Sohn Fritz drei völlig durchfrorenen amerikanischen Soldaten Einlass in ihre Jagdhütte gewährt, ist ihr sehr wohl bewusst, dass es sich hierbei im Grunde um den „Feind“ handelt. Für die gastfreundliche und großzügige Frau sind es jedoch in erster Linie hilfesuchende Menschen, die frieren, hungrig und verletzt sind. Der Krieg hatte zwar ihr Leben durcheinander gebracht, Elisabeth verstand jedoch das Wesentliche: Menschen brauchen Essen, Wärme und eine helfende Hand. Und diese bot sie ihnen. Als jedoch kurze Zeit später erneut deutsche Soldaten auftauchen und ebenfalls Einlass begehren, scheint die Situation kurzfristig zu eskalieren…

    Ein kleines Büchlein mit großem Inhalt, in dem die Autorin von den furchtbaren Entbehrungen des Krieges, dem Not und Elend der Bevölkerung, aber auch jenem der Soldaten berichtet. Die Geschichte der Elisabeth Vincken klingt unglaublich, und ist dennoch wahr. Mitten im Kriegsgebiet, umhüllt von dem fernen Bombengrollen, finden feindliche Parteien zueinander, sitzen zu Weihnachten am selben Tisch und lassen den Krieg vor der Haustüre zurück. Die Autorin vermochte es, die unterschwellige Spannung dieser Situation derart greifbar zu machen, dass man mit Herzklopfen weiter las, beinahe schon eine Eskalation befürchtete.

    „Die Nacht der Versprechen“ war eine beeindruckende Lektüre, die man zwar aufgrund der geringen Seitenanzahl relativ rasch gelesen hat, aber sehr lange nicht vergisst. Eine Geschichte, die nachwirkt.

  7. 4 von 5

    :

    Nach den ersten Seiten des Buches war ich zuerst ziemlich enttäuscht. Ich hatte mir einen Roman erhofft, aber dieses Buch ist vom Stil und Design eher ein Lesebuch für ältere Kinder und Jugendliche (kurze Kapitel, grosse Schrift, gewisse brutale Themen des Krieges werden zwar angedeutet, aber nicht ausgeführt). Die Geschichte selbst in gut zu lesen und leicht verständlich. Und obwohl der Klappentext mehr oder weniger die ganze Geschichte bereits erzählt, bleibt eine gewisse Spannung erhalten.

    Es ist eine Geschichte über ein Stück Menschlichkeit innerhalb der Gräuel des 2.Weltkrieges. Die historischen Umstände scheinen mir gut recherchiert zu sein, auch wenn, wie bereits erwähnt, vieles nur angedeutet wird und für mein Verständnis nur wenig wirklich ausgeführt wurde.

    Sprachlich ist das Buch sehr einfach gehalten, was an manchen Stellen zu etwas flachen und repetitiven Dialogen führt (was jedoch in gewisser Weise zur ganzen Situation im Buch passt). Doch ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch für Jugendliche einen tollen Einstieg in die ganze Thematik rund um den 2.Weltkrieg darstellen kann. Fazit: Für Jugendliche ein tolles Buch, für Erwachsene ganz ok.

  8. 5 von 5

    :

    „Stille Nacht, Heilige Nacht…“, begann Lehnert auf einmal leise zu singen. (…)
    „Silent Night…“, stimmte nun auch Landers in den Gesang mit ein. War die Nacht tatsächlich still? Verrückt war sie jedenfalls, ja, geradezu unglaublich war sie. (S. 108/109)

    Iris Muhl hat eine bekannte Geschichte, die einige durch den Kinofilm „Stille Nacht – das Weihnachtswunder“ kennen, aufgeschrieben. Ich habe den Film noch nicht gesehen und war sehr neugierig auf diese wundersame Weihnachtsnacht gegen Ende des 2. Weltkrieges, die auf einer wahren Begebenheit beruht.

    Elisabeth Vincken und ihr Sohn Fritz bereiten sich auf den Weihnachtsabend in ihrer einsam und abseits gelegenen Jagdhütte mitten im Wald vor. Plötzlich stehen drei amerikanische Soldaten vor ihrer Tür, einer davon lebensgefährlich verletzt. Elisabeth zögert nicht lange, gewährt den Dreien Unterschlupf und versorgt den Verletzten. Kurze Zeit später stehen vier weitere Soldaten vor Tür – diesmal deutsche, die ihre Truppen verloren haben. Auch ihnen gewährt Elisabeth Einlass, allerdings ist die Begegnung aller Soldaten von Misstrauen geprägt, schließlich ist man ja verfeindet. Man vereinbart einen Waffenstillstand untereinander, aber wird sich jeder daran halten?

    Diese Erzählung hat mich unglaublich gefesselt! Ich hätte nicht gedacht, dass sie eine solche Dramatik und Spannung beinhalten würde. Wechselnde Perspektiven machen deutlich, wie brenzlig die Situation damals gewesen sein muss. Die Ängste der einzelnen Personen werden regelrecht greifbar. Die Kapitel sind recht kurz, so dass man nur so durch die Geschichte fliegt, weil man denkt: „Ach, ein Kapitel geht noch.“

    Im Vordergrund steht natürlich Elisabeth, eine mutige und instinktiv handelnde Frau. Doch auch die Soldaten und deren Vergangenheit werden beleuchtet. Man taucht in die Gefühls- und Gedankenwelt jeder einzelnen Romanfigur ein, worin auch die Spannung dieses Büchleins begründet ist.

    Der Glaube an Gott – so schwer es auch in dieser schweren Zeit gewesen sein muss, an Gott zu glauben – spielt ebenfalls eine Rolle durch Elisabeths Äußerungen und Gedankengänge.
    Im Anhang des Büchleins erfährt man die geschichtlichen Hintergründe, vorne gibt es ein Personenregister.

    Die Ausstattung des Buches gefällt mir ebenfalls sehr gut: Es hat einen Leineneinband, goldene Vorsatzblätter und schöne, schnörkelige Initialen zieren die Kapitelanfänge.

    Fazit: Eine mitreißende Weihnachtsgeschichte, die mich überrascht hat!

  9. 4 von 5

    :

    Die Nacht der Versprengten
    Eine kurze aber wahre Kriegsgeschichte über den Mut einer Frau
    Der Klappentext verrät schon fast den Inhalt, aber die Details muss man dann doch lesen: 2 Kriegparteien treffen übermüdet und hungrig in einer Waldhütte aufeinander. Die Bewohnerin und ihr Sohn bewegt durch die ganze Geschichte, welches das „Richtige“ Verhalten gewesen wäre, und auf wessen Seite man am besten stände.
    Ich hab es innerhalb von 2 Tagen als Gute-Nacht-Lektüre gelesen und fand es sehr unterhaltsam. Es hat mich gepackt, weil es auf einer wahren Begebenheit beruht und die Weltkriegszeit beleuchtet. Auch die unterschiedlichen Charaktere sind interessant, wie sie sich gegenüber dem Krieg und ihrer Heimat positionieren. Die Botschaft, die ich aus dem Buch mitnehme: (nicht jeder, aber) meistens ist Krieg sinnlos und wird von Tyrannen auf dem Rücken ihres Volkes ausgeführt. Die Hauptperson überzeugte allerdings mehr mit ihrem Mut, als ihren Redebeiträgen.

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Zusätzliche Informationen

BN204059
ISBN978-3-03848-059-4
AutorIris Muhl
ErscheinungsjahrHerbst 2015
UmschlagHardcover
BindungLeinen-Einband mit Schutzumschlag
Umfang160 Seiten
Format13.5 x 21 cm