Emitis Pohl – Deutschsein für Anfänger

4.5 von 5 basierend auf 2 Kundenbewertungen
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Integration ist meine Pflicht

Produktbeschreibung

Integration ist kein Zuckerschlecken, aber machbar, wenn man es will. Emitis Pohl wollte es – und hat es geschafft. Heute ist die gebürtige Iranerin Inhaberin einer erfolgreichen Werbeagentur, verheiratet und Mutter von zwei Töchtern. «Die deutsche Grammatik ist immer noch mein Feind», lacht sie, «aber Deutschland ist meine zweite Heimat geworden.» (Emitis Pohl) Allerdings: Die Silvesternacht in Köln, die Übergriffe auf Frauen durch Migranten – Emitis Pohl war mit ihren Töchtern und Familie hautnah mittendrin. Es hat sie entsetzt. Als Perserin sagt sie: «Wir brauchen mehr Druck auf Zuwanderer. Ohne klare Regeln geht es nicht!»

2 Kundenbewertungen für Emitis Pohl – Deutschsein für Anfänger

  1. 4 von 5

    :

    In diesen Tagen wird heiß diskutiert über die Frage, was erfolgreiche Integration bedeutet. Emitis Pohl, als Iranerin geboren, aber seit vielen Jahren in Deutschland lebend und arbeitend, legt hier eine 250 Seiten starke Streitschrift mit ihren persönlichen, praxiserprobten Antworten vor.

    In DER Silvesternacht in Köln war sie live dabei, mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern. Was sie erlebt hat, so schreibt sie, habe sie dazu bewegt, sich öffentlich zu äußern. So entstand 2016 auch dieses Buch.

    „Deutschsein für Anfänger“ beschreibt zunächst auf humorvolle und klare Weise den einzigartigen Weg der Zugewanderten hinein in die deutsche Kultur und Gesellschaft. Und gerade weil sie aus erster Hand weiß, was Integration sie gekostet hat und welche Hürden ihr dabei begegnet sind, kann sie so überzeugend allgemeingültige Leitlinien für den Umgang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden vorstellen.

    Der Untertitel „Integration ist meine Pflicht“ beschreibt prägnant ihr Herzensanliegen und ihre tiefe Überzeugung: Ja, eine erfolgreiche Integration kann durch das Umfeld und die Aufnahmegesellschaft gefördert werden – aber letztlich ist der eigene Wille zur Integration entscheidend. Umso wichtiger ist es daher, diesen Willen zu fördern und auch zu fordern, auf vielfältige Weise.

    Die lebendige Sprache, die inhaltliche Dichte und der leicht ironische Unterton haben mich stellenweise an die (sehr guten) Bücher von Markus Spieker erinnert. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, ich würde Frau Pohl bei einer Tasse Kaffee (oder vielleicht doch einem längeren, leckeren Abendessen?) gegenübersitzen und sie säße vor mir, leidenschaftlich sprechend und dabei lebhaft gestikulierend. Ihr Temperament scheint auf jeden Fall auch durch die schwarz-weißen Zeilen hindurch – ein großes Plus des Buches und daher ein dickes Lob an den Verlag!

    Einen Stern Abzug vergebe ich trotzdem aus zwei Gründen:
    Zum einen gab es für meinen Geschmack zu viele Wiederholungen kleinerer Details aus Frau Pohls Leben. Das ist sicher der nicht streng chronologischen Erzählstruktur geschuldet. Es ergibt zwar durchaus Sinn, die Kapitel nach Themen zu ordnen, aber die Umsetzung hätte meines Erachtens noch etwas besser sein können. Man kann dem Leser zutrauen, die beschriebenen Hintergründe auch über mehrere Seiten hinweg zu behalten.
    Zum anderen schweigt sich Frau Pohl bis auf wenige Randbemerkungen zum Thema Religion und ihren eigenen Überzeugungen dazu völlig aus. Der Glaube ist scheinbar bewusst kein Thema. „Warum erscheint das Buch dann in einem christlichen Verlag?“, frage ich mich.

    Abgesehen von diesen beiden Kritikpunkten ist „Deutschsein für Anfänger“ aber ein wichtiges, authentisches und überzeugendes Buch, dem ich eine weite Verbreitung wünsche. Ich empfehle es allen, die sich mit der Flüchtlingsfrage und ihrer Bedeutung für die deutsche Gesellschaft auseinandersetzen – und allen, die gern ansprechende Biografien lesen.

  2. 5 von 5

    :

    Wer weiß besser, was Integration bedeutet, als eine in Deutschland lebende Iranerin? Emitis hat als 13jährige ihr Elternhaus verlassen, weil sie nach Ruhollah Chomeinis Machtübernahme nicht mehr in der zuvor gewohnten Freiheit aufwachsen konnte. Allein kam sie zu ihrer bereits hier lebenden Oma nach Hamburg, ging zur Schule und studierte. In einer Mischung aus Autobiografie und Meinungsbuch bezieht sie klar Stellung für Integration. Der Wille dazu muss von denjenigen ausgehen, die nach Deutschland kommen.

    „Warum tun wir uns so schwer, unsere Regeln bei denen einzufordern, die sie offenbar noch nicht kennen oder nicht kennen wollen? Wir haben das Hausrecht, wir sind die Gastgeber“ (Seite 131).

    Ohne die Schwierigkeiten zu negieren, die auf die Menschen warten, die als Fremde in unser Land kommen, stellt sie gerechtfertigte Forderungen. „ … wünscht sich die Möglichkeit, einfaches Alltagsdeutsch zu lernen, nicht die ganz große Literatur mit Akkusativ, Dativ und Genitiv. Das sollten wir mal überdenken“ (Seite 131) Nicht allein die Sprachkurse macht die Autorin zum Thema, sondern auch bürokratische Hürden: „Wir können uns nicht einerseits beschweren, dass die Flüchtlinge uns auf der Tasche liegen und den ganzen Tag nichts tun, gleichzeitig aber gesetzliche Hürden aufbauen, die ihnen die Arbeit unmöglich machen“. Statt das Selbstwertgefühl der Eingewanderten zu untergraben, plädiert sie dafür ihnen zu ermöglichen, sich selbst zu erhalten. Auch sie habe während ihrer Schul- und Ausbildungszeit durch diverse Aushilfsjobs die Lebensgrundlage aufgebessert, die ihr die Eltern aus dem Iran zukommen ließen. „Harte Arbeit und Zielstrebigkeit sind nötig, wenn man es schaffen will. Das ist es, was ich nicht nur meinen Töchtern, sondern auch den Flüchtlingen gerne weitergeben würde, denn sie werden diese Einstellung brauchen. Gleichzeitig brauchen wir aber auch eine Arbeitskultur in Deutschland, die leistungswilligen Einwanderern keine Steine in den Weg legt und Eigeninitiative nicht erstickt.“ (Seite 160)

    Um nicht in der Theorie zu verharren, kümmert sich Frau Pohl um einen minderjährigen Afghanen, der als einziger seiner Familie bis hierher gekommen ist. Nur mit menschlicher Nähe sei es möglich, ihm die deutsche Lebensweise nahe zu bringen. Dabei heiße Integration nicht, Wurzeln zu verleugnen, abzulegen und zu ersetzen, sondern sie mit den deutschen Werten zu füttern und aufzubessern. Auf manchen Gebieten deutscher als wir Deutschen, hat die Unternehmerin geschafft, was so manchem Einheimischen nicht gelingt. So hält sie dem Leser einen Spiegel vor, der mich als Leserin hin und wieder peinlich berührte. Sie sieht, was wir oft nicht sehen wollen.

    Vor allem in den letzten Kapiteln nimmt Emitis Pohl kein Blatt vor den Mund. Sie fordert, dass sich jeder an die Regeln des Zusammenlebens halten muss – und wenn nicht, das Land zu verlassen hat. „Integration ist dann erst gelungen, wenn Willkommenskultur nicht nur bedeutet, dass wir auf die Fremden zugehen, sondern sie auch auf uns zu Schritte tun“ (Seite 249)

    Mich hat nicht nur die frische, deutliche Schreibstil angesprochen, sondern auch die Aussage. Nach dieser gut zu lesenden Lektüre bleibt mir gar nichts anderes übrig, als das Buch mit fünf Sternen zu bewerten.

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Zusätzliche Informationen

BN204104
ISBN978-3-03848-104-1
AutorEmitis Pohl
ErscheinungsjahrHerbst 2016
AusstattungMit 12-seitigem, farbigem Bildteil
UmschlagHardcover mit Schutzumschlag
BindungLeinen
Umfangca. 256 Seiten
Format21,0 x 13,5 cm