Birgit Kelle – Muttertier

4.38 von 5 basierend auf 8 Kundenbewertungen
(8 Kundenbewertungen)

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Eine Ansage.

Produktbeschreibung

Eine glückliche Mutter ist heute eine Provokation. Sie ist die selbstverständlich gelebte Weiblichkeit. Sie kann Leben schenken und Leben weitergeben. Birgit Kelle, Journalistin und Bestseller-Autorin, kennt dieses Mutterglück mit vier Kindern nur zu gut. Doch: Darf man einfach „nur“ Mutter sein? Wie lässt sich Mutterschaft inmitten einer Feminismus-Bewegung leben, die jahrelang dafür gekämpft hat, Frauen von diesem „Mythos“, von ihren Männern und auch von den Kindern zu befreien?
„Früher legten wir Karrieren auf Eis, um Kinder zu bekommen. Heute sollen wir unsere Eizellen auf Eis legen, um Karriere zu machen und unsere besten Jahre der Firma statt unseren Familien zu schenken“, stellt Birgit Kelle fest. „Aber entgegen jedem Mainstream sind wir immer noch da: Beherzte Mütter. Weibliche Frauen. Wir sind die wahre Avantgarde. Ohne uns kein Leben. Wir sind die Muttertiere – wir spielen keine austauschbare Rolle, wir sind nicht dekonstruierbar, wir sind. Gekommen, um zu bleiben. Wir hüten die Brut, wir verteidigen sie wie Löwinnen. Wir geben ihr Wurzeln und Flügel. Wir lieben sie. Es ist nicht rational, es ist. Wir sind Muttertiere bis zum letzten Atemzug. Und das machen wir gut so.“
Birgit Kelle wurde in Siebenbürgen/Rumänien geboren und ist Journalistin, Publizistin und Mutter von vier Kindern. Sie ist Autorin der Bestseller „Dann mach doch die Bluse zu“ und „GenderGaga“. Kelle schreibt für zahlreiche Print- und Online-Medien, u.a. für den „FOCUS“ und „DIE WELT“.
Birgit Kelle im Interview:

Leseprobe

8 Kundenbewertungen für Birgit Kelle – Muttertier

  1. 5 von 5

    :

    Natürlich hat fast jeder von uns eine Meinung zu diesem Thema und es ist mühsam mit Leuten zu diskutieren, die vom gegnerischen Lager sind, da jeder meint mit seinen Ansichten das Monopol auf die allgemeingültige Wahrheit zu haben. Immer wieder werden dieselben Argumente gebracht. Hat jetzt eine Frau Kelle in ihrem Buch eine neue Sichtweise zu dem Thema der modernen Emanzipation der Frau oder ist es ein gebetsmühlenartiges Wiederholen der immer gleichen Argumente, die jeder schon zig mal gehört hat?
    Ich teile die Meinung der Autorin und war trotzdem überrascht, dass ich Dinge gelesen habe, die auch für mich eine Ergänzung meines Standpunktes sind.
    Ich habe keine eigenen Kinder und war sehr berührt, das Birgit Kelle einige konkrete Muttergefühle so gut an den Leser vermitteln kann. Wer hat z.B. noch nicht davon gehört, dass es für die Eltern ein besonderer Moment ist, einen Teil von sich selbst wieder in dem eigenen Kind zu entdecken? Für mich war dieser Satz bisher eine Floskel. Aber das es tatsächlich diesen einen Moment des Erkennens gibt, war mir fremd und ich konnte dieses Gefühl das erste Mal ein stückweit nachvollziehen.
    Natürlich polarisiert dieses Thema, aber dieses Buch ist auch für Kritiker durchaus gut zu Lesen, da es kurzweilig zu lesen ist und der Inhalt nicht verbittert rüber kommt.

  2. 5 von 5

    :

    Nirgendwo manifestiert sich der Grundsatz »Was nichts kostet, ist nichts wert« treffsicherer als in der Verweigerung der Wertschätzung häuslicher Arbeit, erbracht durch Mütter. Entsprechend bleibt die Bewertung hängen, dass das ja ›nichts‹ ist, was Frauen da tun. (S. 130)

    Mit scharfem Sarkasmus trifft Birgit Kelle in ihrem Buch »Muttertier« immer wieder des Pudels Kern: Die Verdrängung der normalen Frau, Mutter und Hausfrau aus der Öffentlichkeit. Die Demontage der Weiblichkeit. Die nicht vorhandene Wertschätzung für die Tätigkeiten einer Mutter. Stattdessen werden Mütter regelrecht wieder an ihren Arbeitsplatz gedrängt, indem man ihnen den Geldhahn zudreht, die finanzielle Unterstützung nach einem Jahr nimmt.

    Wohin geht die Reise? Wird Kinderkriegen bald zum Luxusgut? Wohin geht die Weiblichkeit? Wer darf sich per Gesetz als »Mutter« bezeichnen (-> Leihmutterschaft usw.)? Und was macht das eigentlich mit den Kindern? Werden diese immer mehr zur »Ware«?

    In Birgit Kelles Buch im Zusammenhang zu lesen, wie es um Mutterschaft und Weiblichkeit bestellt ist, hat mich sehr erschrocken. Vieles hatte ich bisher – wenn überhaupt – nur am Rande mitbekommen. Amüsiert, erstaunt und kopfschüttelnd habe ich manch Aussage bekannter Feministinnen gelesen (dass laut einer »Studie« pro Schwangerschaft das Gehirn der Frau schrumpfen soll). Ich kann gut nachvollziehen, dass Birgit Kelle so etwas ins Lächerliche zieht.

    Das Buch liest sich tatsächlich wie eine kämpferische Ansage. Der Schreibstil ist, wie bereits erwähnt, ziemlich sarkastisch, trieft auch gern mal vor Ironie, ist locker, ein wenig flapsig hie und da. Die eine oder andere Aussage wiederholt sich, was mich jetzt nicht so sehr gestört hat. Manch persönliche Erfahrung lässt sie in ihre Ausführungen einfließen, weswegen der Buchinhalt nicht so trocken rüberkommt, wie man vermuten könnte.

    Nun trifft dieses Buch sicherlich bei manchen Frauen genau den Nerv (wie bei mir), bei anderen vielleicht weniger. Es kommt natürlich auf Ideologien und Werte an, die man vertritt. Ich finde es gut und sehr wichtig, dass Birgit Kelle sich traut den Mund aufzumachen, sich für uns Mütter einsetzt, uns und hoffentlich auch andere wachrüttelt.

  3. 4 von 5

    :

    „Muttertier“ ist provokant und herausfordernd. In einer Welt lebend, in der jeder seine Sexualität ausleben kann, wie er / sie will und wirklich Alles (Gender, Ehe für Alle …….) akzeptiert wird, sind wir Mütter alleinige Kämpferinnen. Kämpferinnen für das Wohl unserer Kinder. Manchmal wird über uns der Kopf geschüttelt und oft sind wir mit unserem Denken und Handeln auf uns allein gestellt. Mütter sind nicht mehr viel wert, da wir dem Staat lediglich auf der Tasche liegen. Nicht in die Rentenkasse einzahlen? Muss sich wirklich jede Frau rechtfertigen, die es vorzieht lieber selbst die Erziehung ihrer Kinder zu übernehmen und dies nicht der KiTa zu überlassen? Mutter zu sein ist der tollste Job den es gibt und leider auch der undankbarste, denn er ist unbezahlt. Als Mütter sind wir nicht gleichgestellt mit dem arbeitenden Volk, sondern mitunter auch verachtet dafür, dass wir unsere Zeiten mit Nichtstun verbringen. Ha, ha, ha. Wir haben einen Job, der oft auch die Nächte miteinschließt. Wer hätte das gedacht? Vieles im Buch von Birgit Kelle trifft den Nagel auf den Kopf. Trotzdem war mir vieles zu provokant, da es mir wir eine Kampfansage an die Gesellschaft und der Politik erschien. Ich bin in vielem einer Meinung mit der Autorin, aber manche Aussagen waren mir zu wenig Ansage, denn was soll verändert werden? Leben und Leben lassen ist meine Devise, denn jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und ich alleine kann die Welt nicht retten oder verändern. Es würde mich natürlich freien, wenn irgendwann wir Mütter mehr Anerkennung erhalten würden und auch für unser Auskommen gesorgt würde, aber ich vermute tatsächlich, dass dies nie geschehen wird. Bei meinen ersten beiden Kindern bin ich 8 Jahre lang zuhause geblieben, um die Erziehung übernehmen zu können. Finanziell war es durch das Elterngeld möglich. Bei meiner jüngsten Tochter habe ich recht schnell wieder gearbeitet und sie auch mit 2 1/2 schon in die KiTa gegeben. Ich habe das kein schlechtes Gewissen, da sie es liebte mit anderen Kindern zu spielen und der Altersunterschied zu ihren Geschwistern 10 und 12 Jahre betrugen, war sie eher Einzelkind. Ihr war langweilig nur mit Mama. Ich denke, dass die Lebensumstände des Einzelnen immer mit betrachtet werden müssen, bevor man ein Urteil fällt.
    Da „Muttertier“ in einem christlichen Verlag erschienen ist, hatte ich eine ganz andere Haltung zu dem Buch im Vorfeld. Nach dem Lesen bin ich doch ein klein wenig enttäuscht darüber, dass wenig biblische Lehre vorhanden war und Evolution immer wieder zur Sprache kam. Für mich ist die Schöpfung relevant und gerade wenn man ein vollkommenes Kind im Arm hält, muss einem bewusst werden, dass nichts dem Zufall überlassen worden ist. „Denn du hast meine Nieren bereitet und mich gebildet im Mutterleib. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.“ Psalm 139
    Natürlich findet sich jede Mutter oder auch Nichtmutter in den geschriebenen Zeilen wieder, denn letztendlich Denken und Fühlen wir gerade als Mütter alle gleich (wir sind um das Wohl unserer Kinder bemüht), während die Nichtmütter immer wieder aufgefordert werden sich ebenso wie wir dafür rechtfertigen zu müssen, warum ihnen der Kinderwunsch fehlt, während uns Müttern die Kinder wichtiger sind als Karriere. Es ist Paradox und dennoch nicht unähnlich von den Gedanken und Emotionen her, oder nicht?
    „Muttertier“ greift viele Themen an und ist manchmal auch ein echter Angriff auf unsere Gesellschaft. Ich muss gestehen, dass mir vieles gefallen hat, denn es gibt oft Momente, wo ich das Schweigen vorziehe, um nicht als altbacken, konservativ oder intolerant zu gelten. Man muss ja fast in allen Veränderungen mitgehen, auch wenn es mir nicht passt. Egal, es gibt einfach vieles über das sich Streiten lässt, was aber nur spaltet und nicht zur Einigung führt.
    Letztendlich vergebe ich eine Leseempfehlung, auch wenn mir nicht alles an „Muttertier“ gefallen hat. Es ist nicht die Sprache die ich spreche, obwohl ich selbst Mutter bin und auch einen großen Teil dazu beigetragen habe, dass meine Kinder sich zu wunderbaren Erwachsenen entwickelt haben. Meine Mittlere Tochter (19) ist seit zwei Wochen verheiratet. Viel zu früh sagen einige und vielleicht haben sie Recht? Vielleicht haben wir als Eltern auch einfach nur gesunde Ehe vorgelebt? Auch der Kinderwunsch meiner Tochter ist relativ hoch. So etwas soll es geben, auch heute noch. Ich hoffe wirklich jede Frau findet ihren Weg und lässt sich nicht in vorgegebene Formen pressen, denn letztendlich sind wir alle für unser Leben selbst verantwortlich. Dies ist zwar nicht die Erkenntnis des Buches aber meine. „Muttertier“ hat mich nicht verändert oder nachdenklich gestimmt, dafür ist meine eigene Meinung schon zu sehr gefestigt, dennoch ist es lesenswert. Birgit Kelle hat echte Wut im Bauch und diese musste einfach raus.

    ★★★★

  4. 4 von 5

    :

    Ich finde dieses wertvolle Buch sehr lesenswert in unserer heutigen Zeit. Frau Kelle wendet sich gegen die immer mehr verbreitete Meinung, dass Frauen möglichst bald zurück in den Beruf kehren sollten, während ihre Kinder fremdbetreut werden. Dabei ist ihr Ton oft genervt, manchmal gar aggressiv. Man spürt, dass sie sich über die Intoleranz der Feministen gegenüber der „Nur“ Hausfrau ärgert.
    Dabei geht sie in den zwölf Kapiteln dieses Buchs auf verschiedene wichtige Themen ein. Man spürt ihre Sorge um die Kinder, die von mehr Nestwärme und Geborgenheit im eigenen Zuhause profitieren würden. Sie brauchen nicht nur qualitativ wertvolle Inseln der Zeit, sie brauchen den Alltag mit ihrer Mutter. Und dabei profitiert die Mutter am meisten, denn die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist eine wunderbare Liebeserfahrung.
    Sie prangert viele Missstände unserer Gesellschaft an, und nennt Übel mutig beim Namen. Kind auf Wunsch, vom Arbeitgeber bezahltes „social freezing“, das Kind und die Elternschaft so gestalten wie man will und natürlich auch selbst bestimmen wann der richtige Zeitpunkt für ein Kind gekommen ist – mit all dem wird dem Kind Unrecht getan, ja sie spricht sogar von Menschenhandel. Die gegenwärtige Transgender Diskussion ist ihr auch ein Dorn im Auge, denn zurzeit versucht man ja in den Medien die Ausnahme zur Regel zu machen.
    Dieses Buch hat einige wertvolle Diskussionen in unserer Familie ausgelöst, und der Titel und das Cover des Buchs allein sind schon Hingucker und Provokation. Ich bewundere Frau Kelle dafür, dass sie für das Dasein als Mutter eintritt, auch wenn das heute kein populärer Standpunkt ist. Sie gerät auch regelrecht ins Schwärmen, wenn sie von ihren Erlebnissen als Mutter schreibt.
    Dieses Buch ermutigt Mütter sich Zeit für ihre Kinder zu nehmen, und sich nicht abhalten zu lassen von den Kritikern, die Frauen möglichst schnell wieder am Arbeitsplatz sehen wollen. Ein wichtiges Plädoyer in unserer heutigen Zeit!

  5. 5 von 5

    :

    Muttertier von Birgit Kelle
    Ein schönes Cover mit der hübschen Autorin inklusive 235 Seiten und 12 Kapiteln, ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis sowie eine ebenfalls gute Leseschrift mit perfektem Zeilenabstand runden das Ganze ab!

    Meine Meinung:
    Die Autorin ist ein mutige Frau, sie schreibt frei von der Seele weg und ist mit Leib und Leben eine taughe Frau und selbst Mutter.
    Sie will so leben, wie sie es möchte und auch für richtig hält.
    In ihren 12 Kapiteln schreibt Birgit Kelle aus Sicht einer Mutter, wie sich die Einstellung zum Frauenbild gegenüber der Welt und auch Wirtschaft verändert hat, zB Heimchen am Herd, Mütter müssen sich früh abnabeln vom Kind, etc.
    Ein gesundes Kind ist ein Geschenk und ein Genuss (für eine Mutter), wenn sie die Entwicklungsstufen begleiten kann.

    Ich habe noch die Zeit erlebt, wie nach dem Krieg die Frauen von gefallenen Männern ihre Kinder alleine großziehen mussten.
    Die Kinder bekamen den Wohnungsschlüssel um den Hals gehängt und mussten warten, bis die Mutter abends nach getaner Arbeit wieder nach Hause kam.
    Ich denke so oft an die Kinder, die aus der Schule kommen und ihre Erlebnisse erzählen möchten, aber, kein Elternteil ist verfügbar bzw. anwesend. Warum sind heute so viele Jugendliche agressiv?
    Eine Kindergärtnerin kann natürlich bei 8-10 Kindern keine individuelle Nestliebe spenden. Ausserdem sind Kinder unsere Zukunft und jedes Kind hat einen Anspruch darauf, geliebt zu werden.
    Man sollte also jeder Mutter Respekt entgegen bringen, die sich entscheidet, bei ihrem Kind zu bleiben!

    Die Autorin schreibt teilweise agressiv und nimmt die Feministinnen in die Mangel. Ein Großteil trägt auch der Wohlstand dazu bei.
    Die Geldgier hat sich ausgebreitet. Die Frauen möchten Alles, dh Mann, Beruf inklusive der erhofften Akzeptanz, gar Karriere, Kind und auch Wohlstand erhalten, aber zwei oder drei Herren gleichzeitig zu dienen ist einfach nicht möglich. Und, in vielen Familien bleiben entweder die Frau/Mutter oder die Kinder definitiv auf der Strecke!
    Eine Mutter ist für mich die bestausgebildete Frau schlechthin.
    Sie muss Bescheid wissen in der Kinderpflege, Hauswirtschaft, als Köchin, bei der Schulaufgabenbetreuung/Erziehung und auch als Wirtschafterin.
    Ich stamme aus einer Großfamilie mit 8 Kindern und die Eltern waren für uns Respektpersonen, da galt noch ein anderes Frauenbild, da war die Mutter selbstverständlich immer für die Kinder da.

    Das Buch „Muttertier“ ist wirklich empfehlenswert für die heutige Zeit. Es ist unbedingt lesbar, da verschiedene Perspektiven einer jungen Mutter angesprochen werden, die sich Elternpaare, überlegen sollten, bevor sie für Kinder bereit sind!

  6. 3 von 5

    :

    Birgit Kelle , die selber 4-fach-Mutter ist und als Journalistin arbeitet, schreibt sich in diesem Buch ihre Wut von der Seele.
    Sie empfindet , das Weiblichkeit und Mutterschaft mittlerweile in der öffentlichen Meinung als überholt gilt.
    Sie gibt dafür einige Beispiele politischer und feministischer Aktivisten wieder.
    Ihr Schreibstil ist sehr sarkastisch und trieft von schwarzem Humor.
    Einige Informationen fand ich sehr interessant und konnte sie auch aus meinem Alltag nur bestätigen.
    Als nicht berufstätige Hausfrau und Mutter kommt man sich wirlich manchmal nicht up to date vor und hat fast den Eindruck als müßte man sich dafür entschuldigen, das man sich für seine Kinder entschieden hat zu hause zu bleiben.
    Allerdings kommen mir doch einige der angeprangerten idiologischen Forderungen zitierter Feministinnen extrem überzogen dargestellt vor.
    Auch kann ich der Gender-Diskussion teilweise nicht folgen.
    Außerdem wiederholt sich die Autorin in ihren Aussagen immer wieder. Viele Argumente erscheinen so häufig, das man das Buch gut um die Hälfte der Seiten hätte kürzen können.
    DA das Buch in einem christlichen Verlag erschienen ist, habe ich erwartet auch etwas über den christlichen Aspekt der Mutterschaft zu lesen, der überhaupt nicht berücksichtigt wird.keine Erwähnung findet.
    Insgesamt gesehen bin ich eher enttäuscht und hätte das Buch nicht zu ende gelesen, wenn ich es nicht im Rahmen einer LEserunde zur Rezension bekommen hätte.

  7. 4 von 5

    :

    Das ist eine Kampfschrift! Kelle zeichnet ein herausforderndes, aber überzeugendes Bild der Mutter. Nicht über-zeichnet, nicht idealistisch, sondern für jede Mutter erlebbar, wenn sie sich nur Zeit nimmt für ihr Kind. Sie sieht die tödliche Gefahr, wenn Mütter ihre Kinder möglichst schnell weghaben wollen, entweder schon vor der Ge-burt (Abtreibung) oder kurz nachher. Sie verzichten dadurch auf wichtige, ja elementare Erfahrungen für sich selber und das Kind, nur um ihre berufliche Karriere nicht zu gefährden und sich selbst zu verwirklichen. Diese Kurzsichtigkeit hat in späteren Jahren gravierende Auswirkungen für die nächste Generation, die zum Teil jetzt schon sichtbar werden. Dabei ist die Autorin sich schmerzlich bewusst, dass sie als einzelne Mutter gegen die feministische Lobby und die aktuelle Gesetzgebung am kürzeren Hebel sitzt. Deshalb benutzt sie ihre Waffe: sie schreibt – und das ausgezeichnet, spannend, herausfordernd. Sie wird mit diesem neuesten Buch einen Sturm der Entrüstung auslösen, denn die Selbstverständlichkeit, mit der sie zu ihrem Muttersein steht, ist ungewöhnlich. Sie fordert Gegnerinnen aus dem feministischen Lager direkt heraus. Aber durch viele und harte Auseinander-setzungen in Talkshows und anderen öffentlichen Auftritten ist sie sich Opposition gewöhnt und lässt sich davon nicht beeindrucken. Manchmal ist Aggressivität zu spüren, oft wird sie sogar zynisch. Auch scheut sie sich nicht, sogar berühmte Politiker zu kritisieren. Noch nie habe ich ein so starkes Plädoyer für das Muttersein gelesen.
    Als Mann waren mir die Veränderungen in der Psyche einer Frau durch die Schwangerschaft nicht so bewusst. Aber Kelles 100%-Überzeugung, dass Muttersein ein erfüllender Vollzeitshop ist, den man nicht zu früh an ande-re Personen oder Institutionen delegieren sollte, ist faszinierend. Sie wundert sich, wie in den letzten Jahren frü-her selbstverständliche Positionen einfach kampflos aufgegeben wurden.
    Verblüffend an dem Buch ist, was alles mit dem Ja zum Muttersein zusammenhängt – und wie die Politik (in Deutschland) systematisch die Position der Mutter zugunsten einer neuen („modernen“) Familienpolitik schwächt. Man will die Frauen möglichst rasch von der Familie „befreien“, sie dem Arbeitsmarkt wieder zuführen und gibt für die familienexterne Kinderbetreuung grosse Summen aus. Die Autorin weitet ihren berechtigten Protest über die Abwertung des Mutterseins in einem zweiten Teil auf zahlreiche andere Bereiche aus, die das Thema tangie-ren. Dadurch nimmt sie meines Erachtens dem Buch etwas von seiner anfänglichen Stosskraft.
    Manchmal habe ich mich gefragt, ob Birgit Kelle nicht eine zu heile Welt der überzeugten Mutter und intakten Familien zeichnet. Sicher, ich glaube ihr, dass sie mit ihren vier Kindern glücklich geworden und ihre Erzie-hungsarbeit gelungen ist. Aber bei wie vielen Kindern aus gut funktionierenden Familien gelingt der Start ins Leben trotzdem nicht. Und wie viele Vollzeitmütter, die auf eine möglichst frühe Eingliederung in die Arbeitswelt verzichtet und sich voll der Familie gewidmet haben, stehen vor den Scherben ihres Glücks? Man wünscht sich das nicht, aber auch dies ist eine Tatsache. Trotzdem war dieses überzeugende Plädoyer von Brigit Kelle überfäl-lig und gibt denen Aufwind, die „Hausfrau und Mutter“ nicht als Abwertung, sondern als Kompliment betrachten.
    Was ich in diesem Buch, das in einem christlichen Verlag erschienen ist, vermisse, sind eindeutige biblische Be-züge. Kelle vertritt zwar (bewusst oder unbewusst) das Weltbild der Bibel, das sich über Jahrtausende bewährt hat und auch die Angriffe militanter VertreterInnen der Gender-Ideologie überstehen wird. Trotzdem: einige biblische Bezüge hätten dem Buch gutgetan.

  8. 5 von 5

    :

    DANKE!
    Einfach nur DANKE, liebe Frau Kelle.
    Im Buch steht eigentlich nichts, was ich nicht auch schon einmal gedacht oder versucht zu formulieren hätte. Allerdings ist das bei Ihnen so brilliant und schlüssig dargelegt, dass es ein wahrer Genuss ist. Jetzt bin ich gewappnet gegen die fast schon alltäglichen spitzen Bemerkungen, die ich täglich ungefragt zu hören bekomme. Wohlgemerkt hauptsächlich von Altersgenossinnen und ausschließlich von Frauen. Männer haben mir interessanterweise bisher immer Respekt und Bewunderung gezollt.

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Zusätzliche Informationen

BN204124
ISBN978-3-03848-124-9
AutorBirgit Kelle
ErscheinungsjahrHerbst 2017
UmschlägeHardcover , Leinen mit Schutzum
Umfang240 Seiten
Format13,5 x 21 cm