Fontis-Blog

«Weihnachten» oder «Das Weinen in der Nacht»

Weihnachtsgebäck
Foto by Miroslava @unsplash

Das berühmte Fest der Liebe fällt dieses Jahr ins Wasser. Die Familie wird sich nicht einig über die Auswahl des Festessens und den Weihnachtsbaumschmuck. Zudem ist Mama seit einem Monat auch wieder unter Daueranspannung und rennt von Laden zu Laden. Da werden viele Tränen geweint. Sollte Weihnachten nicht ein Anlass zur Freude sein? Doch auch in Jessica Freiburghaus-Dubois’ Buch «Das verlorene Zimtpulver» geht es überhaupt nicht weihnachtlich zu.

Ganz im Gegenteil, Unmut und Feindseligkeit machen sich beim Plätzchenbacken breit.

«Habt ihr gehört? Von mir braucht sie unglaubliche 450 Gramm!», brüstet sich der imposante Mehlsack.

«Na und?», kontert die Schokolade spitz. «Dafür bekomme ich eine besonders aufwendige Behandlung. Ich werde mich nämlich in einem heißen Wasserbad räkeln dürfen!»

Und der Zucker brummt siegessicher dazwischen: «Schön und gut. Aber ohne mich würde niemand auch nur ein einziges Plätzchen essen. Schließlich gebe ich dem ganzen Teig erst die Süße!»

Und während der Mehlsack, die Schokolade und der Zucker prahlen und sich andauernd streiten, wer von ihnen jetzt am wichtigsten sei, ist jemand die ganze Zeit über still und bleibt völlig unbemerkt. Es ist das Zimtpulver, das sich in seiner aufgerissenen Tüte ganz klein und wertlos vorkommt.

«Bloß einen Teelöffel brauchen sie von mir», denkt es traurig. «Einen winzig kleinen Teelöffel! … Ach, auf mich kommt es also überhaupt gar nicht an. Was bin ich schon neben dem Mehl, der Schokolade und dem Zucker? Nichts! Und wem bin ich wichtig? Niemandem!»

Da juckt es das Zimtpulver in der Nase, und es muss kräftig niesen.

«Haha, schaut mal her! Der Zimt hat soeben seine Ration für den Teig verpulvert!», macht sich der Zucker über das Zimtpulver lustig. 

Und die Schokolade fügt verächtlich hinzu: «Ja, niest hier einfach so in der Gegend rum. Aber ob das Zimtpulver mit dabei ist oder nicht, spielt bei einer solch kleinen Menge sowieso keine Rolle!»

Und gemeinsam mit dem Mehlsack brechen sie in ein höhnisches Gelächter aus.

Das Zimtpulver jedoch kann nur mit größter Mühe seine Tränen zurückhalten. Geknickt und traurig schleicht es sich davon …

(Auszug aus: «Das verlorene Zimtpulver» von Jessica Freiburghaus-Dubois)

Wer schon einmal Zimtsterne gegessen hat, der weiß um die Wichtigkeit des Zimtpulvers für den guten Geschmack. Wenn wir es dieses Jahr weihnachtlich haben möchten, dann sollten wir uns anstatt der Weihnachtshektik lieber auf die Suche nach dem Zimtpulver machen – dem Wenigen, dem Kostbaren, dem Kleinen. Denn zum Fest der Freude sind alle eingeladen! 

Doch wie erlebt das Zimtpulver Weihnachten? Finde heraus, wie die Geschichte ausgeht.

Ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk für Kinder!

Über die Autorin

Jessica Freiburghaus-Dubois ist engagierte Primarlehrerin, freischaffende Journalistin und seit 2017 begeisterte Mutter.

Beitrag teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on linkedin
Share on email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.