Fontis-Blog

Unsere Autoren hautnah: Markus Müller (Teil 2)

Wie lange schreibst Du selbst schon, und wie kam es dazu?
Irgendwann müssen bestimmte Dinge gesagt sein. Mit etwa 23 Jahren waren es zuerst Fachbücher und Zeitschriftenartikel im Bereich der Erziehung behinderter Menschen. Später kam die Liebe zu Europa und zur Zukunft dazu. Und schließlich die Leidenschaft zur Zukunftsfrage, wenn wir als Menschen älter werden – was bekanntlich niemandem erspart bleibt.
Gibt es AutorInnen, deren Werke Dich bis heute prägen und begleiten?
Ja, klar. Dazu gehören der erwähnte Dietrich Bonhoeffer, Romano Guardini, aber auch Lesslie Newbiggin, Jakob Kroeker, Papst Benedikt (etwa mit seinen Jesus-Büchern), frühere Autoren wie Spener, Francke, Zinzendorf, Raiffeisen, Spittler, dann Dora Rappard mit dem Buch «Das frohe Alter», und natürlich noch einige andere.
Wie lange schreibst Du an einem Manuskript, bis Du es dem Verlag abgibst?
Es wird immer leichter – man gewinnt Übung. Ein Buch ist lange in Kopf und Herz, und plötzlich halt dann irgendwie – mit etwas Fleiß – auf Papier, meist nach 6 bis 24 Monaten.
Zu welchen Tages- und Nachtzeiten schreibst Du?
Das kann zwischen 4 Uhr morgens und 24 Uhr abends sein, lieber nicht täglich während der ganzen Zeitspanne …
Und wo schreibst Du – zu Hause, draußen, im Bett, an speziellen Orten? Ziehst Du Dich dabei total zurück?
Ganz schlicht: Ich muss einfach allein sein, ein paar andere Bücher ausbreiten können und Strom für den Laptop haben. Ein paar Stunden sind schon gut, ein paar Tage sind besser – zu lange aber ist ungesund.
Bist Du beim Schreiben immer allein, oder bist Du dabei auch umgeben von Leuten?
Verrückterweise gibt es Situationen, in denen andere Menschen stören …
Gibst Du Dein Manuskript in der Entstehungsphase anderen Leuten zum Lesen, oder gibst Du es erst aus der Hand, wenn Du es an den Verleger schickst?
In der Vergangenheit habe ich meist einzelne Abschnitte eines Buches Freunden zum Lesen gegeben. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass vieles sehr hilfreich, aber das Maß an Rückmeldungen manchmal auch fast nicht zu verkraften war. Manchmal musste ich aufpassen, mir nicht den Mut und die Motivation zum Schreiben nehmen zu lassen. Klar war mir immer: Kritik durch Freunde ist ein Geschenk. Doch auch Geschenke im Übermaß sind ungesund …
Was war Deine schönste Erfahrung im Zusammenhang mit Deinen Büchern?
Die Zeit der Inspiration – und dann einfach schreiben zu dürfen.
Welches war das schönste Feedback auf eines Deiner Bücher?
Dass ein 90-Jähriger sagt, dass mein Buch auf seinem Nachttischlein liege und er täglich mit Gewinn darin lese.
Welches war das schwierigste oder vielleicht auch verletzendste Feedback?
Der Satz: «Diese Zukunftsfragen – das interessiert doch keinen!»
Fühlst Du Dich generell mit Deinen Büchern vom Publikum gut verstanden? Oder manchmal auch missinterpretiert oder falsch analysiert?
Man braucht Zeit, um mich zu verstehen. Das verstehe ich gut. Allerdings genieße ich es, wenn jemand es genießt, dass in meinen Büchern vieles ein klein bisschen anders ist als erwartet, und er es dann umso mehr versteht.
Schreiben kann eine einsame Geschichte sein: Man sitzt stundenlang und manchmal ganze Tage lang sehr allein vor dem Bildschirm. Ist das schmerzhaft für Dich? Wie denkst Du darüber?
Kein Problem. Was ist angenehmer, als wenn man einfach schreiben darf, was einem auf dem Herzen liegt, und Kopf und Finger dann dazu beitragen, dass etwas Schönes werden darf?!
Lesen Sie hier den 3. Teil des Interviews
Zurück zu Teil 1. des Interviews
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