Fontis-Blog

Markus Müller: Interview

Dr. Markus Müller: Interview

Dr. Markus Müller schreibt seit sechs Jahren für Fontis bzw. früher für den Brunnen Verlag Basel. Er hat sich mit den beiden Titeln «Trends 2016» und «Trends 2021» sowie mit seinen Vorträgen einen sehr guten Namen gemacht. Als Pfarrer, Seelsorger und Soziologe beschäftigt er sich seit langem mit der Zukunft und dem Zusammenleben der Menschen in den kommenden Generationen. Wir haben ihn interviewt.
Markus, welches Buch liegt gerade auf Deinem Tisch?
Das Buch von Romano Guardini mit dem Titel «Die Lebensalter: Ihre ethische und pädagogische Bedeutung».
Welche anderen Bücher hast Du in den letzten Monaten gelesen?
Neben Matthias Horx’s «Zukunft wagen: Über den klugen Umgang mit dem Unvorhersehbaren» auch noch «Glücksfall Alter» von Peter Gross und Karin Fagetti. Letzteres ist ein exzellentes und tiefsinniges Buch mit vielen offenen, sehr existenziellen Fragen. Immerhin: Ein Riesengeschenk, alt werden zu dürfen!
Welche drei Bücher haben Dich in Deinem Leben bis heute am meisten beeindruckt?
A. Dietrich Bonhoeffer: «Ethik»
B. Klaus Bockmühl: «Denken im Horizont der Wirklichkeit Gottes»
C. Jakob Kroeker: «Allein mit dem Meister»

Welches ist bis jetzt (mal abgesehen von der Bibel) «das Buch Deines Lebens» – und warum?
Ich glaube, es ist das vorhin erwähnte Buch von Jakob Kroeker, «Allein mit dem Meister». Ich gehöre auch zu den Menschen, die gerne viel tun, einiges leisten wollen und gerne erfolgreich sind. Jakob Kroeker ist ein Autor, der es hervorragend versteht, einige klassische Missverständnisse unserer westlichen Christenheit liebevoll zu entlarven und entscheidende Dimensionen des Miteinanders von Gott und mir bzw. von mir und Gott zu beschreiben. Das, was er vielleicht zunächst etwas eigenartig «priesterliche Existenz» nennt, scheint mir wie ein Schlüssel für die Christen im 21. Jahrhundert zu sein.

Welches ist bis jetzt «der Song oder das Musikstück Deines Lebens» – also quasi «the soundtrack of your life»?
An meiner Beerdigung würde ich gerne das Lied «Amazing Grace» hören. Es besingt diese unfassbare und unübertreffliche Tatsache der entzückenden Gnade Gottes über allem Scheitern und allem Zwiespältigen auch in meinem Leben.
Welche drei Kinofilme haben Dir für Dein Leben am meisten Input gegeben – und wieso?
Sophie Scholls Geschichte «Die letzten Tage» (über die Widerstandgruppe «Die Weiße Rose»), dann «Ziemlich beste Freunde» und «Young@heart».
Wenn wir von den Medien, von Kunst und Kultur reden: Was kann bei Dir am meisten Emotionen auslösen, vielleicht sogar bis zu Tränen und innerer Erschütterung?
Am meisten Emotionen löst aus, wenn Menschen das Letzte geben, selber unerschütterlich daran glauben, durch ihr Engagement die Welt zu verändern, und Besonderes tun, auch wenn sie nicht sicher sind, ob sie jemals dafür belohnt werden. Das können Sportler oder Künstler sein, aber auch Menschen mit physischen Einschränkungen, sozialen Benachteiligungen oder schwierigen ärztlichen Diagnosen.
Gibt es einen Maler oder Fotografen, dessen Werk Dir so gefällt, dass Du Dich (falls bezahlbar) gerne eines seiner Oeuvres kaufen und an die Wand hängen würdest?
Ja. Die «Heimkehr des verlorenen Sohnes» von Rembrandt.
Welche Bücher-Genres liest Du selbst am liebsten?
Bücher, die inspirieren. Bücher, die Hoffnung stiften. Bücher, die mich das «Geheimnis Mensch» besser verstehen lassen. Bücher, die Vergangenes und Künftiges in Zusammenhang bringen.
Und welche Genres liegen Dir überhaupt nicht?
Oberflächliches Gerede. Und vor allem Bücher, die ich nicht verstehe – was leider sehr viele sind.
Lesen Sie hier Teil 2 von Markus Müller: Interview

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