Fontis-Blog

Monica Masi: Über die Liebe

Monica Masi ist verheiratet – mit ihrem Ex-Mann. Zum Valentinstag hat sie sich Gedanken über die Liebe gemacht und berichtet von ihren Erfahrungen mit der wohl größten Sehnsucht des Menschen.
Vor ein paar Monaten bekam ich eine für mich etwas komische Anfrage: „Grüezi, Frau Masi, Sie haben wirklich eine tolle Geschichte, sie hat mich sehr inspiriert. Ich organisiere demnächst ein Frühstück mit ein paar Frauen. Könnten Sie sich vorstellen, etwas über die Liebe zu referieren, ohne dabei von Jesus zu sprechen?“ Ich musste ein paar Sekunden ruhig bleiben, dann antwortete ich: „Wissen Sie, man kann sicher über die Liebe sprechen, ohne ein einziges Mal Gott zu erwähnen, das tun Atheisten ja auch. Aber wenn Atheisten atmen und lieben können, tun sie dies nur, weil Gott sie am Leben erhält und sie in seinem Ebenbild geschaffen sind. Anyway, nein, das geht für mich nicht mehr. Das wäre, wie wenn ich über die Schöpfung und über Weihnachten sprechen müsste, ohne Gott und Jesus dabei zu erwähnen. Ich bin berufen, Licht und Salz zu sein. Das mir persönlich Wichtigste und Allerliebste nicht zur Sprache zu bringen, das ergäbe einen ziemlich düsteren und faden Mix. Zudem lebe ich nicht mehr für mich, sondern mir ist es wichtig, meinen Gott groß zu machen. Er ist es wert, und die Menschen sind es auch.“
365 Tage im Jahr Valentinstag 
So nutze ich heute diesen Valentinstag wie Weihnachten und Ostern, obwohl mein Mann und ich ihn nicht explizit feiern wie die anderen zwei Feste. Wir sind eher die, die sich gerne dann überraschen, wenn der Partner es überhaupt nicht erwartet. Und da die Liebe in unserer Ehe und Familie an ganzen 365 Tagen eine wichtige Rolle spielt, nehmen wir den 14. Februar so wie jeden anderen schönen Tag, der Arm in Arm gekuschelt, dankbar und versöhnt zu Ende geht.
Ich möchte hier einen sehr kleinen, aber hoffentlich effektiven Teil über die Liebe weitergeben und könnte dafür keine romantischere Kulisse haben als die einmalige, idyllische Stadt Venedig, wo Stefan und ich uns gerade für ein paar Tage befinden. In unserer Geschichte hat Venedig ja eine wichtige Rolle gespielt: Eines meiner wichtigsten Gebete wurde Ende 1997 in der Basilica di San Marco ausgesprochen (welches, das steht in meinem Buch), und in der sehr schönen Kirche San Giacomo dall’Orio, einer der ältesten Kirchen der Stadt, haben wir uns das erste und natürlich unvergessliche Ja-Wort gegeben. Bis zu jenem Tag in bella Venezia waren wir der stolzen Überzeugung gewesen: Wenn zwei wissen, was Liebe ist, dann ganz sicher wir beide!
In der Liebe versagt
Nur zwei Jahre später, nach unserer Scheidung, glaubte ich nicht mehr an die Liebe und vertraute keinem Menschen mehr, nicht einmal mir selber. Ich war die Letzte, die etwas über die Liebe erzählen konnte – und bei meinem Ex-Mann Stefan war es genauso. Wir hatten beide versagt. In unseren Herzen herrschten Enttäuschung, Wut, Verzweiflung und tiefe Trauer. Was war sie denn nun, die Liebe? Ich wusste es nicht mehr. So wie für viele andere Menschen wurde sie auch für mich etwas Unerklärliches, Ungreifbares, Vergängliches, Dahinschwebendes. Und gleichzeitig wusste ich ja: Sie ist etwas, wovon unser ganzes Menschenglück abhängt – Liebe haben oder nicht haben, sich geliebt fühlen oder nicht, das entscheidet doch über Freud oder Leid, wie es auch der weise Chef unserer Lieblingspizzeria immer ausdrückt: „Liebe gut, alles gut. Liebe schlecht, alles schlecht.“
Was wir gern über Liebe gewusst hätten
Stefan, mein „Ex-Mann“, den ich 2004 ein zweites Mal heiraten durfte – und der gerade neben mir einen feinen Cappuccino genießt – und ich wünschten uns, dass wir bereits vor unserer allerersten Begegnung gewusst hätten, was wir heute über Gott und über die Liebe wissen … Wir hätten uns einige äußerst schmerzhafte Erfahrungen ersparen können. Das, was wir damals von Liebe zu wissen glaubten, war auf unseren romantischen Gefühlen und auf unserer menschlichen „Weisheit“ aufgebaut: Wir setzten viel zu viel Vertrauen auf uns selber und auf den Partner. In einem biblischen Bild entspricht dies einem Haus (einem Lebenshaus bzw. Ehe-Haus), das auf Sand gebaut wurde. Der Sturm kam, und es wurde weggeweht (Matthäus 7,24-27).
Die menschliche Sehnsucht nach Liebe
Wir Menschen sehnen uns alle nach der vollkommenen, bedingungslosen Liebe und dem Gefühl, komplett angenommen und verstanden zu sein. Das kann uns aber kein Mensch geben, denn wir sind alle fehlbar, begrenzt und nicht beständig. Im engen Zusammenleben, wie das in einer Ehe der Fall ist, wird dies am deutlichsten, vor allem in den Herausforderungen des Alltags. Ehe ist nicht immer „lustig“, doch die Paare, die sich ihrer Unvollkommenheit bewusst sind und bereit sind, einander immer wieder zu vergeben, um sich dann wieder für die Liebe zu entscheiden, leben entspannter und wachsen zu einer vertrauten Einheit zusammen. Diese kommt nicht über Nacht – es braucht Zeit und Investition.
Die Basis der Liebe
Und selbst wenn eine Ehe gut ist, braucht sie beständige Pflege. Aber ich möchte hier keine Ehe-Ratschläge weitergeben, schließlich ist es nur ein Blog und nicht mein zweites Buch … Nein, ich möchte auf etwas anderes hinaus: Egal, ob wir gute Beziehungen haben oder nicht – solange der Mensch nicht mit seinem Schöpfer vereint ist, bleibt der Durst nach der vollkommenen Liebe und dem totalen Frieden in unserer Seele einfach groß und ungestillt. Gerade letzthin sagte eine berühmte Schauspielerin: „Ich habe wirklich alles, was man sich wünschen kann. Aber ich muss eingestehen, irgendetwas fehlt; ich weiß einfach nicht, was es ist … So denke ich, dass es das perfekte Glück in diesem Leben einfach nicht gibt.“ – Ich hoffe, sie findet es doch noch, so wie ich es auch habe finden dürfen.
Jesus sieht das Herz
Eine meiner Lieblingsgeschichten in der Bibel ist die Begegnung von Jesus mit der Frau am Brunnen (Johannes 4). Seine Worte: „Wenn du wüsstest, was Gott dir geben will und wer dich hier um Wasser bittet, würdest du mich um das Wasser bitten, das du wirklich zum Leben brauchst. Und ich würde es dir geben … Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird nie wieder Durst bekommen. Dieses Wasser wird in ihm zu einer Quelle, die bis ins ewige Leben hineinfließt.“ Jesus wusste bereits alles von dieser Frau, noch bevor er ihr begegnete. Er sah ihre enttäuschte Seele und ihren sehnlichen Wunsch, endlich zur Ruhe zu kommen. Die Frau musste ja ziemlich entmutigt sein angesichts des Umstands, dass sie ihr Glück erneut in der Liebe eines weiteren Mannes zu finden hoffte … Sie war sehr ehrlich zu Jesus, was er schätzte. Er bat sie, ihren aktuellen Partner zu holen. Sie brachte am Ende nicht nur ihren Partner zu Jesus, sondern das ganze Dorf, und sie alle begannen, an Jesus zu glauben und ihm nachzufolgen.
Zweite Chance für die Liebe
Die Geschichte der Frau am Brunnen ist auch die Geschichte von mir und Stefan. Es vergeht kein Tag, an dem wir Gott nicht dafür danken. Vor 14 Jahren haben wir von ihm ein neues, ewiges Leben und eine zweite Chance für unsere Ehe erhalten. Diese steht seitdem auf dem festen Fundament des christlichen Glaubens, was biblisch-bildlich einem Haus entspricht, das auf festem Boden gebaut ist. Kommen Stürme, bleibt es bestehen­­ (Matthäus 7,24-27). Wir staunen, wie wir durch Jesus und seine vollkommene Liebe geheilt wurden und wie er uns Schritt für Schritt verändert hat. Unser Wert ist von Gott bestimmt und ist nicht vom Partner oder äußeren Umständen abhängig. Dies entlastet unsere Ehe, und wir fordern voneinander nicht mehr das Unmögliche, sondern unterstützen einander darin, zu den Menschen zu werden, die Gott bereits heute in uns sieht.
Tja, wer hätte das gedacht, dass zwei beziehungsunfähige Wesen und – menschlich gesehen – auch wirklich hoffnungslose Fälle wie wir beide damals heute so happy unterwegs sein können?! Wir sind dankbar, dass Gott unsere Geschichte braucht, um Herzen zu sich zu ziehen und auch Christen neu zu ermutigen, ihn wieder an die erste Stelle zu setzen und ihr ganzes Vertrauen auf ihn zu setzen, egal, in welcher Situation sie sich gerade befinden. Gott hat einen wunderbaren Plan mit jedem von uns, ob wir Singles, verheiratet, getrennt, geschieden oder verwitwet sind. Glauben wir daran!
Die göttliche Definition von Liebe
Zuletzt möchte ich noch die göttliche Definition von Liebe weitergeben. So liebt Gott, und so wünscht er sich, dass wir uns untereinander lieben:
Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen. Sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe nimmt alles auf sich, sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und hält durch bis zum Ende. (Korinther 13)
Je mehr wir an der Quelle der Liebe – Jesus – angedockt sind, desto besser können wir die Liebe leben. Selbst wenn wir alle Liebessprachen und Eheregeln beherrschen würden, ohne Jesus – wie er es selber sagt – können wir nichts tun. In nicht einfachen Momenten, wenn mir die Liebe gerade fehlt, bitte ich Jesus, mir seine Liebe für Stefan oder einen anderen, aus meiner subjektiven Sicht jetzt gerade recht schwierigen Menschen zu geben … Das bringt Wunder! Fehler werden wir immer wieder machen, aber Jesus hilft uns, diese zu erkennen. Er vergibt uns, er hilft uns, wieder aufzustehen, und dann gehen wir – um eine Lektion bereichert – fröhlich weiter.
Liebe ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung. Und unsere Erfahrung ist es, dass Gott gute Entscheidungen wunderbar segnet. In diesem Sinne: A happy and blessed Valentine’s Day!
Monica Masi hat ihren Ex-Mann Stefan ein zweites Mal geheiratet und ein Buch über ihre turbulente Liebesgeschichte geschrieben. Sie ist Evangelistin, Mutter von zwei Kindern und wohnt mit ihrer Familie im Aargau/Schweiz. Heute helfen sie und ihr Mann anderen Paaren bei ihrem Neustart in der Ehe. 

 

 

Über 

Beitrag teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on linkedin
Share on email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.