Fontis-Blog

Krise, Gefahr und Rettung

wei ji 2

Auch wenn wir selbst von der Grippe verschont sind – von der Corona-Krise betroffen sind wir alle. Dominik Klenk, Geschäftsführer von Fontis, erklärt, was sich hinter der Krise auch verbergen kann: Gefahr und Rettung.

Krise. Das scheint das Wort dieser Tage zu sein. Wir sind im Virus-Fieber. Und auch wenn wir selbst von der Grippe verschont sind – von der Krise betroffen sind wir alle. Quasi keine Konversation, in der die Corona-Krise nicht auftaucht. Um der Ohnmacht des reinen Weitersagens zu entgehen und um der Bedeutung des Wortes auf den Grund zu gehen, hilft der Blick über den eigenen kulturellen und sprachlichen Tellerrand: Suchen wir im europäischen Kontext, so finden wir im Griechischen das Wort „krisis“ – es bedeutet „Entscheidung“. Im Chinesischen, einer der ältesten Sprachen, heißt das Wort für Krise „wei ji“. Dass man auch im Fernen Osten mit der Thematik vertraut ist, überrascht nicht. Verblüffend ist, dass das chinesische Wort „Krise“ aus zwei Schriftzeichen und damit aus zwei Bild-Worten besteht: „wei ji“ bedeutet Gefahr und Rettung. 

Covid-19 hat die gesamte Menschheitsfamilie erschüttert. Wir müssen uns schütteln, um zu glauben, was wir in diesen Tagen erleben. Wir sind massiv eingeschränkt, leben irgendwie mit einer diffusen Angst im Nacken, wissen nicht was kommt. Beziehungen, Arbeitsplatz, Gesundheit – alles scheint in Gefahr zu sein. Das ist nicht einfach. Aber es ist eben auch nicht ganz neu in der Menschheitsgeschichte. Krisen und Gefahren lauern seit jeher um uns herum. Das menschliche Leben ist zerbrechlich. In diesen Tagen wird es uns nur wieder neu bewusst: Ein Feind, den wir nicht einmal sehen können, bringt unser Leben nahezu zum Erliegen. 

Und wo bleibt die Rettung? Wir leben auf Ostern zu. Wieder mal. Zum zweitausendsten Mal. Ostern erinnert uns daran, dass die Gefahr um unsere Existenz, dass unsere Verlorenheit, dass die Wand des Todes als düsterem Ende durchstoßen wurde. Nicht mehr die Brüche und die schweren Erfahrungen der Vergangenheit müssen unser Leben bestimmen und auch nicht die Angst der Ungewissheit eines neuen Tages. Vor 2000 Jahren bekam diese Welt einen Bypass gelegt, ein integrales „Beatmungsgerät“ mit Ewigkeitshorizont. Jesus Christus ist von den Toten auferstanden und er ist aufgefahren in den Himmel. Von dort wird er kommen. Und seither wissen wir als Christen: Unsere Rettung kommt von vorne, unsere Rettung kommt aus der Zukunft! Vom Ende der Tage her kommt uns der auferstandene Christus mit offenen Armen entgegengelaufen. Er sucht die verlorenen Schafe, er will uns bei sich haben, jeden einzelnen. Seine Liebe ist vorleistungsfrei und grenzüberschreitend. „Schon jetzt und doch noch nicht ganz“, sagt Paulus, dürfen wir mit diesem Erlösungshorizont leben. Ein Horizont, in dem aus Schmerz endlich Freude, aus Sorge Leichtigkeit und aus Zeit Ewigkeit wird. Seit jeher sind Christen die „Narren Gottes“, die das Privileg haben, sich mitten in der Krise der nahenden Rettung in die Arme zu werfen. Die Krisen dieser Welt kommen und gehen – unser Herr ist unterwegs, er läuft uns entgegen. Wir sind im Fieber dieser Tage. Lasst es doch Auferstehungs-Fieber sein, ein Fieber der Erwartung: Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Halleluja.

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