Fontis-Blog

Jochen Teuffel: Interview

Jochen Teufel: Interview

«Ich möchte nur einen unbedingt treffen: Jesus Christus in der maiestas Domini»
Jochen Teuffel, Pfarrer aus dem bayrischen Vöhringen, veröffentlichte bei `fontis – Brunnen Basel soeben sein neustes Buch «Rettet die Kirche. Schafft die Kirchensteuer ab». Seine Thesen fanden große Beachtung und wurden bereits in etlichen Medien kontrovers diskutiert, so etwa in «DIE ZEIT» und «idea». Wir haben Jochen für unsere Fontis-Website interviewt.
Jochen, welches Buch liegt gerade auf Deinem Tisch?
Felix Hammer, «Rechtsfragen der Kirchensteuer».
Welche anderen Bücher hast Du in den letzten Monaten gelesen?
Klaus Mertes, «Widerspruch aus Loyalität» (echter!); William H. Willimon, «Pastor. The Theology and Practice of Ordained Ministry» (Abingdon Press); sowie Karl Barth, «Credo» (vergriffen). Außerdem die fünf religiösen Gedichtbände von Andreas Knapp, «Weiter als der Horizont», «Gedichte auf Leben und Tod», «Höher als der Himmel», «Brennender als Feuer» und «Tiefer als das Meer» (alle bei echter erschienen).
Welche drei Bücher haben Dich in Deinem Leben bis heute am meisten beeindruckt?
Erstens Niklas Luhmann, «Soziale Systeme» – intellektuelles Glasperlenspiel auf höchster Abstraktionsebene, das mich noch während meiner Zivildienstzeit für zehn Jahre in den systemtheoretische Orbit katapultiert hat. / Zweitens Fridolin Stier, «Vielleicht ist irgendwo Tag» – leidenschaftliches, psalmgetränktes Ringen mit Gott in Tagebuchform. / Drittens Kornelis Heiko Miskotte, «Biblisches ABC», das mich weg vom Gottdenken und hin zum Namensglauben gebracht hat.
Welches ist bis jetzt (mal abgesehen von der Bibel) «das Buch Deines Lebens» – und warum?
Martin Luthers «Kleiner Katechismus», weil da alles Wesentliche für ein christliches Leben einprägsam zur Sprache kommt und dennoch das eigene Verstehen immer wieder neu gefordert ist: «Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann …» (aus der Auslegung zum dritten Glaubensartikel).
Welches ist bis jetzt «der Song oder das Musikstück Deines Lebens» – also quasi «the soundtrack of your life»?
Das kann nur von Arvo Pärt kommen, ich nenne mal «Fratres».
Welche drei Kinofilme haben Dir für Dein Leben am meisten Input gegeben – und wieso?
Alle drei Filme stammen von Andrei Tarkowski: «Andrej Rubljow», «Offret (Opfer)» und als Krönung «Stalker» – im wahrsten Sinne des Wortes «lang-weilig», tiefsinnig, abgründig erlösend.
Wenn wir von den Medien und Kunst und Kultur reden: Was kann bei Dir am meisten Emotionen auslösen, vielleicht sogar bis zu Tränen und innerer Erschütterung?
Mit Arvo Pärt und Andrei Tarkowski ist die Richtung schon vorgegeben: Wo ich als Zuhörer oder Zuschauer in das unsägliche Gefühl der Todtraurigkeit mitgenommen bin.
Gibt es einen Maler oder Fotografen, dessen Werk Dir so gefällt, dass Du Dir (falls bezahlbar) gerne eines seiner Oeuvres kaufen und an die Wand hängen würdest?
Wenn mich etwas optisch beeindruckt, ist ein Kunstdruck angesagt. Ansonsten würde ich eher meine eigenen Bildideen zwei- oder dreidimensional anfertigen lassen, zum Beispiel die Dreifaltigkeit.
Welche Bücher-Genres liest Du selbst am liebsten?
Ich gebe es zu, es sind immer noch theologische Sachbücher, obwohl ich es mittlerweile besser wissen müsste.
Und welche Genres liegen Dir überhaupt nicht?
Da kann ich nur an Heimatromane denken; aber vielleicht habe ich ja noch keinen wirklich «heimseligen» Roman gelesen.
Wie lange schreibst Du selbst schon, und wie kam es dazu?
Mein erstes Buch war eine Auftragsarbeit, meine Dissertation unter dem Titel «Von der Theologie». Vor zwanzig Jahren hatte ich damit begonnen.
Gibt es AutorInnen, deren Werke Dich bis heute prägen und begleiten?
Als evangelischer Pfarrer kommt man ja kaum um Martin Luther herum. Ansonsten sind es die biblischen Psalmen.
Lesen Sie hier den zweiten Teil von Jochen Teuffel: Interview

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