Fontis-Blog

Gott ist Gott. Gender ist Gaga.

Foto: © Pexels
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Verlagsleiter Dominik Klenk schreibt auf dem Fontis-Blog über die Deformation statt Reformation in der Evangelischen Kirche (EKD). 

Als Gott die Welt erschuf, hatte er Gutes im Sinn. Und so schuf er den Menschen „nach seinem Bilde, als Mann und Frau schuf er ihn“. Seit zwei Jahrzehnten müht sich der Gender-Mythos kräftig, aber erfolglos, das Urbild umzuschreiben. Bemerkenswert ist der Grundimpuls dieser Denkfigur: Der Schmerz über die Ungleichheit von Mann und Frau gebiert den Wahn der Auflösung der Geschlechter. Der „kleine Unterschied“ ist passé; Verschiedenheit („diversity“) ist Trumpf. Alles ist mit allem irgendwie kompatibel; es gibt hier keine Steckverbindung, die nicht irgendwie passen sollte. Getarnt als redlicher Anspruch auf Gleichberechtigung transportiert diese leibferne Ideologie die Auflösung der Zweigeschlechtlichkeit als U-Boot durch die Institutionen. Gender-Mainstreaminig heißt das verordnete, demokratisch nie legitimierte Programm, das nicht nur die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages und den Bildungsplan der Länder erreicht hat, sondern längst auch die Kirchen der Reformation.

Treffen der Anti-Anti-Gendergemeinde

Am 5. Dezember wird die EKD nach Hamburg in die Hafencity zur Fachtagung „Gender Gaga?!“ einladen. Das ist bemerkenswert in mehrfacher Hinsicht. Zum Ersten: Die Zweigeschlechtlichkeit von Mann und Frau ist hier als Auslaufmodell gesetzt. „Pluralisierung von Geschlecht“ heißt das Gebot der Stunde. Ein linker Welterklärer will dort aufdecken, wer gegen dies Gebot verstößt. Die Denkfigur ist klar und einfach: Wer nicht pro Gender steht, steht rechts.

Zum Zweiten zeigt es, dass den Gender-Ideologen der Wind strammer im Gesicht steht, als sie es bislang gewohnt waren. Sie sind nicht mehr die Stichwortgeber. „Gender-Gaga“ ist die Wortschöpfung einer fröhlichen Journalistin, bei deren Namensnennung man in Genderkreisen regelmäßig in Schnappatmung verfällt. Besten Dank, Frau Kelle!

Zum Dritten kommen die realen Proportionen zum Vorschein: „Kritische Analysen der Anti-Gender-Bewegung und Gegenstrategien für die Kirche“ möchte die Tagung liefern. Hier trifft sich also die EKD finanzierte Anti-Anti-Gender Gemeinde. Und die hat es wirklich nicht leicht, denn sie bildet die Minderheit einer Minderheit in der Minderheit. Immerhin ergibt das einen Opferstatus in der dritten Potenz!

Das Geschlecht ist nur noch vorläufig

Opfer brauchen Rechte. Und klingt „Rechte haben“ nicht schon fast wie „Recht haben“?! Schließlich geht es um unser verbürgtes Recht auf Selbstbestimmung: Wir können heute bestimmen, wo wir wohnen, wie wir uns kleiden, wen wir treffen, was wir essen, für wen wir arbeiten. Eines bleibt uns allerdings vorenthalten: Ob wir als Junge oder Mädchen geboren werden, das liegt in Gottes Hand. Gegen diese unverschämte Zumutung probt der Gender-Kult den finalen Aufstand und proklamiert ein schier unausschöpfliches Kontingent von fließenden sexuellen Identitäten und Orientierungen. Dabei wird das Geburtsgeschlecht nur noch als vorläufig eingestuft gemäß der gegenderten Exegese von 1. Johannes 3, da „noch nicht erschienen, was wir sein werden“. Dass die EKD sich für diese ideologische Deformation stark macht, zeigt wie Recht der Reformator hatte: „Wir sind alle Tage neuer Gnade bedürftig!“

Über den Autor

Dr. Dominik Klenk ist Verlagsleiter und Geschäftsführer bei Fontis in Basel. Der gelernte Journalist war früher Handballprofi, Consultant und Leiter der Kommunität „Offensive Junger Christen“. Zuletzt schrieb er den Bestseller „YOUBE. Evangelischer Jugendkatechismus.“

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3 Responses

  1. Lieber Dominik Klenk ganz herzlichen Dank für einen klaren Standpunkt. Als evangelischer Christ leidet man an der liberalen Verirrung unserer evangelischen Landesskirche (D). Bei genauem Beobachten bewahrheitet sich der alte Satz „Wer für alles offen ist – ist irgendwann nicht ganz dicht!“ und – auch überflüssig. Danke, daß es noch klare Kommentare, Stellungnahmen und Verlage gibt, die die Grundlage dieser Kirche und des Glaubens noch in den Mittelpunkt stellen.

  2. Gottlosigkeit kann zur Psychose (Wahnkrankheit ) führen, keine Frage. Mich wundert es, dass Unser HERR noch kein Gericht geschickt hat. ER lachet ihrer. Wie armselig und mit Blindheit geschlagen sind doch diese – zum Teil fromm-verkappten Mitbürger. Beten wir für sie.

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