Fontis-Blog

Elisabeth Schoft: Halb(jahres)zeit

Vor einem halben Jahr saß Elisabeth Schoft noch „zwischen den Stühlen“: Das alte Jahr war noch nicht ganz beendet und die Vorsätze für das neue Jahr noch frisch. Und die Motivation, sie durchzuhalten, hoch. Elisabeth Schoft hat es sich eines Abends auf ihrem Stuhl bequem gemacht und nach einem halben Jahr erneut Bilanz gezogen.

Experten gehen davon aus, dass es ungefähr 66 Tage dauert, bis sich eine neue Gewohnheit eingestellt hat und aus dem entsprechenden Vorsatz Routine geworden ist. Das sind ungefähr drei Monate. Nun sind bereits zwei Mal drei Monate vergangen. Zeit, um sich die unbequeme Frage nach dem Status Quo der Neujahrsvorsätze stellen. Welche Vorsätze sind bis jetzt noch nicht aufgegeben, sondern zur neuen Gewohnheit geworden?
Wenn es im Januar darum ging, anzufangen, ging es die weiteren fünf Monate vor allem darum, weiterzumachen und dranzubleiben. Am besten gelingt dies mit einem deutlichen Auslösereiz und einem wechselnden Belohnungssystem bei erfolgreicher Ausübung des Vorsatzes. Eine Journalistin der „ZEIT“, Katrin Zeug, schreibt folgendes dazu: „‚Frühsportler etwa können sich die Laufschuhe direkt neben das Bett stellen und sie gleich nach dem Aufstehen anziehen. Am Anfang muss das ganz bewusst gemacht werden‘, sagt Julia Thurn. Die Sportwissenschaftlerin promoviert an der Universität Stuttgart zu Gewohnheitsstärke und körperlicher Aktivität. Ziel sei, dass unser Gehirn das Aufstehen und Sehen der Laufschuhe mit dem Joggen verknüpft und wir daraufhin automatisch handeln. Das klappt allerdings nur, wenn es gelingt, ein Verlangen zu erzeugen, und dafür braucht es eine gute Belohnung. Die schwammige Aussicht, irgendwann schlanker zu werden, reicht nicht. Der Lohn muss konkret und direkt sein, wie zum Beispiel ein schönes Frühstück.“
Von Disziplin zur Leidenschaft
Das heißt: Selbst, wenn mein Vorsatz konkret, realistisch und somit zumindest theoretisch umsetzbar ist, muss der menschliche Körper und Kopf oft überlistet werden. Morgens 30 Minuten Zeit für Gedankenaustausch mit Gott zu haben, ist ein wiederkehrender Jahresvorsatz, den ich schon seit ein paar Jahren habe. Oft überstehe ich nicht einmal die ersten zwei Wochen. Sich morgens um kurz nach 5 Uhr aus dem Bett zu quälen, um mit verschlafenen Augen ins Wohnzimmer und meinen gemütlichen Ohrensessel zu tapsen, ist auch wirklich noch nicht Anreiz genug. Doch eine heiße Tasse Kaffee mit frischem Milchschaum zum Aufwachen und das schöne Frühstück im Anschluss an die erste halbe Stunde des Tages machen das frühe Aufstehen zu einer Freude. Ist dieser neue Auslösereiz erst einmal etabliert, also zu einer Gewohnheit geworden, „wird die Gewohnheit zum Selbstläufer“, wie Katrin Zeug in ihrem Artikel schreibt. Wer regelmäßig Sport macht, den zieht es irgendwann automatisch ins Fitnessstudio oder zu den Joggingschuhen. Wer regelmäßig zur Bibel greift, wird beobachten, dass es sich bald nicht mehr um die Ausübung eines Vorsatzes handelt, der mit einer gewissen Portion Disziplin und Zwang zu tun hat. Stattdessen ein inniges Verlangen, dieses Buch nicht mehr aus der Hand zu legen. Bibellesen und Stille Zeit ist oft etwas, für das wir uns anstrengen müssen. Wie schön wäre es doch, wenn sich auch hier ein Automatismus einstellen würde!
Persönliche Bilanz und Neuausrichtung
Die zweite Halb(jahres-)zeit ist angebrochen. Begleitet wurde dieser Übergang mit einer persönlichen Bilanz. Während ich einige Dinge im ersten Halbjahr in den Fokus gerückt habe und erfolgreich angegangen bin, sind andere ins Hintertreffen geraten. So habe ich zwar meinen Wecker im vergangenen Jahr konsequent alle paar Wochen um 5 Minuten vorgestellt, sodass er mittlerweile um 5 Uhr klingelt. Das Aufstehen nach dem Klingeln muss ich allerdings noch üben.
Gesundes Wachstum – unter diesem Ziel steht mein 2018. Im Bereich Gesundheit gehören dazu z.B. Sport, Ernährung und Beziehungspflege. Für die zweite Halbzeit steht das Wachstum im Fokus. So will ich eine Umgebung schaffen, in der gesundes geistliches Wachstum entstehen kann. Auch hierfür ist Stetigkeit der Schlüssel.  Die Pflanzen in meinem kleinen Garten sind mir dafür ein Vorbild: Die ersten Blätter schießen aus der Erde und strecken sich der Quelle des Lichts entgegen. Durch den steten Wechsel von Sonnenschein und Regen gedeihen sie prächtig. Ich strecke mich und das kleine Pflänzchen meines Lebens also dem Gott entgegen, der Wachstum schenkt und lasse mich von ihm hegen und pflegen. Und vielleicht trägt das Pflänzchen zum Ende des Jahres tatsächlich Früchte.
 Elisabeth Schoft arbeitet in der Marketing- und Presse-Abteilung von Fontis. Einen Neujahrsvorsatz hat sie schon umgesetzt: Sport in den Alltag integrieren. 

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