Fontis-Blog

Ein lebendiges Zeugnis aus der STREETBIBLE

Tina Schmidt 1

Gott begegnet uns und schreibt mit uns Geschichte. Tina Schmidt erzählt aus ihrer GODSTORY und wie ihr Leben verändert wurde, welchen Einfluss sie heute auf ihre Mitmenschen hat und wie sie als lebendiges Zeugnis durch die Straßen geht.

Es war ein Privileg, in den letzten Jahren als Botschafterin in «Talk-Gottesdiensten», Buchhandlungen, Schulen, Jugendgruppen und bei Frauenfrühstückstreffen und abendlichen Ladies-Events unterwegs gewesen zu sein. Da meine Story verschiedene Facetten hat, war der Einflussbereich groß. Seit dem Erscheinen meiner Biografie «VENUS – Mein Leben zwischen Freiheit und Liebe» pünktlich zu meinem Geburtstag im September 2017 hatte das Interesse an meiner Bekehrungsgeschichte zugenommen. Besonders freute es mich, dass ich sowohl von Freikirchen, Reformierten als auch Katholischen Kirchen eingeladen wurde. Auch viele Medien, christliche wie säkulare, haben über meinen Wandel berichtet.

Unterschiedlichste Gemeinden sahen in meiner Geschichte eine Chance, ihre Mitglieder im Glauben zu stärken und die Hoffnung zu wecken, dass Gott immer noch in ein Leben eingreifen kann, welches als besonders «gottlos» erscheint. «Ich bin der Schlimmste von ihnen» schreibt Paulus (1. Timotheus 1,15), und ich kann mich damit gut identifizieren. Ich habe zwar keine Christen verfolgt, doch gab es in meinem Lebenslauf einige wilde Geschichten, Drogen- und Sexeskapaden und dunkle Kapitel wie Abtreibungen. Doch Gottes Gnade ist groß und gilt für jeden, der mit einem reuevollen Herz zu ihm kommt. So durfte und darf ich von dieser alles verändernden Liebe und Vergebung zeugen. 

Leben Live vor 5000 Leuten mit Evelyn Binsack 

Mut zur eigenen Stimme

Seit einigen Jahren glänze ich nicht mehr in der Fashion-Welt, sondern mit meiner Saulus-Paulus Geschichte als «VIP Gottes» auf den Bühnen der Kirchen. Je höher die Bühne und je greller das Spotlight in den Gemeinden, desto mehr Überwindung  kostete mich «mein Auftritt». Anfangs fühlte ich mich so stark angegriffen, dass ich mich auf die Bühne stolpern sah und mich kaum wagte, meine Bücher zu verkaufen. In ein Mikrofon zu sprechen erfüllte mich immer wieder mit einer gewissen Ehrfurcht und großer Dankbarkeit. Jedes Mal betete ich zu Jesus, dass seine Kraft in mir mächtig werden möge, denn ich war schwach. Ich wollte mich dennoch Jesus zur Verfügung stellen und ihn trotz meinem Unwohlsein bekannt machen. Mit der Zeit wurde ich immer gewandter und sicherer, doch die Nervosität kam jedes Mal zuverlässig wieder. Vielleicht war das aber auch gut so, denn schließlich musste ich mich immer wieder neu dazu entscheiden, mein Innerstes nach Außen zu kehren.

Besondere Begegnungen

Meine Vorliebe galt der Zeit nach den Vorträgen am Büchertisch, in der ich mit den Menschen in Dialog treten konnte. Oft erzählten sie mir ihre eigenen Geschichten, offenbarten persönliche Nöte und Herausforderungen. Es entstanden längere Gespräche und Gebete, neue Bekanntschaften wurden geknüpft. Immer auch fanden die «Freaks» zu mir, die Tätowierten, die schrägen Vögel, die, die auch knapp am Tod vorbeigeschrammt und in den gnädigen Armen Gottes gelandet sind. Meine Liebe für sie ist groß.

An einer christlichen Schule in Frankfurt sprach ich zu über 400 Jugendlichen, von denen 80% keine Christen waren. In einer offenen Fragerunde bombardierten mich die Jugendlichen neugierig mit Fragen wie «Waren sie schon im Gefängnis?» oder »Was für Drogen haben sie genommen?». Die teilweise doch sehr persönlichen Fragen brachten mich zum Schmunzeln, ich beantwortete sie jedoch bereitwillig. 

Ein weiteres persönliches Highlight war eine Begegnung auf dem Frauentag der Sozialwerke Pfarrer Sieber: Eine ehemalige Drogenabhängige wollte endlich ihren Eltern vergeben und bat mich, mit ihr zusammen zu beten, was wir dann auch taten. Es war befreiend und erlösend für sie. Sie war sehr glücklich über diesen Tag und ließ meine Hand nicht mehr los. 

Tina Schmidt mit ihrem Mann Samuel am Büchertisch in der GVC

Viele Lachmomente gab es bei einem Frauenfrühstückstreffen, zu dem ich an ihrem 30. Jubiläum eingeladen wurde. Bei einem Input erzählte ich von meinem beruflichen Sprung aus der Buchhandlung ins Fernsehen und davon, wie ich auf der Straße die Menschen mit dem Mikrofon jagte und freche Fragen zum Thema Sex für die Erotiksendung «Lust und Laune» auf dem Regionalsender Telebärn stellte. Dieses Mal entschied ich spontan, nicht nur darüber zu sprechen, wie ich das sonst immer tat, sondern es auch gleich zu demonstrieren. Ich hielt einer Frau am vordersten Tisch das Mikrofon unter die Nase und fragte sie «Was hören sie für Musik zum Sex?». Sie war zunächst sehr überrascht und ein bisschen überrumpelt. Der ganze Saal brach in schallendes Gelächter aus. Nach kurzem Nachdenken antwortete sie schließlich lächelnd und ein wenig peinlich berührt «Keine!»

Schön und besinnlich war die «Nacht der Lichter» der katholischen Kirche Wohlen im Aargau. Ich stand in einer Reihe mit der Ortspolizei, einem ehemaligen Bankräuber und einer Frauenrechtlerin im farbenfrohen afrikanischen Kleid. Mein Vortrag war nach dem des Bankräubers der bestbesuchteste. Der Abend endete mit einer stillen Zeit in der Kirche, die mit vielen Kerzen dekoriert war. 

Die «Hoffnung für alle – STREETBIBLE»

Meine Geschichte ist unter vielen weiteren GODSTORIES in kurzer Form auch in der neuen «Hoffnung für alle – STREETBIBLE» zu lesen. Diese Bibel wurde vom Fontis-Verlag in Zusammenarbeit mit dem ISTL und THE FOUR herausgegeben. Sie eignet sich für Neueinsteiger im Glauben und ist eine geeignete Bibel für missionarische Arbeit und Straßeneinsätze. Nebst dem Neuen Testament und ausgewählten Psalmen enthält sie eine Einführung in den Glauben, viele eindrückliche Lebensgeschichten und besticht durch ein schlichtes, eindrucksstarkes Design.

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