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Raschid Idrissi: Ein Moslem wird Christ

Ein Moslem wird Christ: Raschid Idrissi im Interview

Der Sohn des Imam – Der Autor im Gespräch

Von Christian Döring
Raschid Idrissi wächst in einer muslimischen Familie in Marokko auf. Sein Vater ist ein strenger und auch schlagender Herrscher seiner Familie. Er arbeitet als Imam, Vorbeter und Koranschullehrer. Völlig normal nehmen dies alle hin, sie sind tief in ihrer Tradition verhaftet. Raschid beweist mit seinem Buch sehr deutlich, dass er von klein auf an ein genauer Beobachter des Lebens um ihn herum ist. Ein fleißiger, schnell lernender Schüler war der Autor. Er studiert, besucht zum ersten Mal Deutschland und auch die damals sozialistische Sowjetunion und kommt eines Tages als Germanistikstudent nach Freiburg. Alles, was so hoffnungsvoll für ihn beginnt, endet sehr bald schon im Knast. Schnell wird ihm klar, nach Verbüßung seiner Haftzeit werden straffällig gewordene Ausländer abgeschoben.
Der Autor vergleicht christliches Leben mit seinem muslimischen Glauben. Im Knast hat er Begegnungen mit Christen. Nach reiflicher Überlegung, und er macht es sich nicht einfach, lässt er sich im Gefängnis taufen. Ein Moslem wird Christ – „Der Sohn des Imam“ ist ein sehr bewegendes Buch. Stellenweise habe ich mit Raschid mitgefiebert. Plötzlich findet er sich im Auto wieder, dass ihn nach Frankfurt zum Flughafen bringt. Alle Anstrengungen seines Anwaltes hatten keinen Erfolg. Seine Abschiebung steht kurz bevor.
Wer in dieses Buch eintaucht, dem erzählt Raschid Idrissi gleich mehrere Geschichten. Er beschreibt den Alltag in seiner alten Heimat, den Vergleich beider Religionen. Wir werden Zeugen des wundersamen Eingreifens Gottes in das Leben des Autors. Der Name “Raschid Idrissi” ist lediglich ein Pseudonym. Aus Furcht vor Anschlägen verrät er nicht seinen Namen. Er lebt heute in Süddeutschland, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Blogger Christian Döring hat die Gelegenheit genutzt, um dem Autor einige Fragen zu stellen:
Döring: Lieber Raschid, Dein Buch hat mich sehr berührt, weil Du nicht mit Wut und Hass auf Deinen Vater und Deine muslimische Herkunft zurückschaust, sondern mit Verständnis. Woher kommt dieses Verständnis?
Raschid Idrissi: Dieses Verständnis kommt daher, dass ich als Christ mit der Zeit lernte, anderen Menschen egal welcher Herkunft oder welchen Glaubens sie sind nicht mehr verurteile, weil es Jesus von mir erwartet und weil es eine von mehreren Grundlagen des Christseins ist. Dies konnte ich auf keinen Fall, als ich Moslem war. Ich habe als Moslem und Araber die Juden sehr gehasst, wie die Nazis. Dies ist unfair!
Aus einem deutschen Gefängnis heraus wurdest Du mit einem Polizeiauto in Richtung Frankfurter Flughafen gefahren. Deine Abschiebung nach Marokko war beschlossene Sache. Doch es kam alles ganz anders, hast Du heute eine Erklärung dafür?
Es war und ist eindeutig, dass der Herr, unser Retter, lebendig ist und in der richtigen Zeit mein Gebet, dass vom Tiefsten kam, erhört hat. Das habe ich persönlich erlebt und dies hat mein Leben sehr verändert.
Dein Vater war sein Leben lang Koranlehrer und ein sehr strenger Vater. Wie hat er reagiert als er erfahren hat, dass Du Christ bist?
Er war natürlich entsetzt und fing an, mir aus dem Koran zu zitieren. Ich für meinen Teil aus dem Evangelium. Er war sehr entäuscht, weil er nicht in der Lage war, seinen Standpunkt aus dem islamischen Hintergrund und Prägung zu verlassen. Es ist auch klar, dass es schwierig für ihn war, als Imam und Koranschullehrer, seinen Glauben so schnell zu verlassen.
Warum ist Dein Buch unter einem fremden Namen erschienen, hast Du heute Angst?
Ich hatte bis zu den letzten Seiten meines Manuskriptes immer noch meinen echten Namen geschrieben und wollte sogar mein Buch mit einem Bild von mir versehen; bis mir Christen aus verschiedenen Gemeinden sagten, ich soll doch Rücksicht auf meine deutsche Frau und Kinder nehmen, da ich den Koran und den Islam kritisierte.
Warum war es Dir wichtig dieses Buch zu schreiben und warum sollten wir es unbedingt lesen?
Schon von Beginn an, als ich mich damals im Gefängnis taufen ließ, war es mir sehr wichtig, alles aufzuschreiben, was ich mit Jesus Christus erlebte und wie er mich umformte und mir so viel Ruhe und Zuversicht gab. Dann konnte ich von vielen wahren Christen aus verschiedenen Evangelischen Gemeinden in der Freiheit danach vieles lernen. Der Umgang untereinander in der Ehe, mit anderen Menschen und auch die enge Beziehung mit Gott tagtäglich und nicht nur am Sonntag in der Kirche. Gott hat mich auch persönlich sehr positiv verändert.
Aus diesem Grund möchte ich jedem Leser gerne zeigen, dass der Menschen Sohn, der von Anfang an das Wort Gottes war, noch heute lebt und in das Leben des Einzelnen eingreift. Wer sein Leben ihm anvertraut und ihm dient, dem verspricht er auch das ewige Leben. Auch meine Geschichte ist eine wahre Geschichte und keine fiktive.
Vielen Dank für dieses interessante Gespräch!

Das Interview „Ein Moslem wird Christ“ führte Blogger Christian Döring. Es wurde im November 2013 auf seinem Blog erstveröffentlicht.

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