One Response to Birgit Kelle: Hört auf, uns zu befreien!
  1. Liebe Frau Keller,
    als Arbeitskräfte sind wir willkommen; werden gebraucht. Das Schwangerschaftsrisiko bezahlen wir, gut ausgebildete, studierte Frauen mit Lohneinbußen (bei mir mind. 25% weniger als meine Kollegen in sehr verantwortungsvoller Position) und immer noch mit Jobabsagen wegen unseres Geschlechts.

    Kümmern wir uns dann nach einer Trennung um das „gemeinsame Kind“, versorgen über eine Entfernung von über 800km kranke Eltern bis zum Tod und wollen nach 15 Jahren wieder einen verantwortungsvollen Job, weil das Kind flügge ist, das Haus zum Studieren verlassen wird, zählen nur noch die Tätigkeiten der letzten 10 Jahre.
    Wie viel Kraft, strukturierte Handlungsweisen und Management diese Jahre erforderten, interessiert keinen neuen Arbeitgeber; denn mittlerweile sind wir über 50 Jahre alt und trotz Fachkräftemangel für den Arbeitsmarkt „riskant“.
    Die Rentenaussichten sind entsprechend ernüchternd.

    Trotzdem bin ich ein zutiefst dankbarer Mensch und bereue meine „Familienzeit“ keine Minute.
    Gott beschenkt mich jeden Tag neu. Er gab mir die Kraft, für meine Eltern und mein Kind in ganz besonderen Jahren anwesend sein zu können. Sie haben die Sicht der Dinge verändert und stellen viele aktuelle Werte in Frage.

    Erst heute wurde ich Zeuge eines Gesprächs zweier junger Mädchen (ca. 12), die sich darüber unterhielten, wie viele Trampolins sie bereits verschlissen haben (7) und welche Ausstattung das neue Trampolin habe. Unsere Kindheit war ohne Trampolin, Smartphone u.a. sehr glücklich.

    Die von Ihnen angesprochene Konsumhaltung entwickelt für mich eine neue Form von „Wertlosigkeit“, die ich nicht nur bei „Wertgegenständen“ (Möbeln, Autos, etc.) sehe, sondern auch im Umgang von Menschen mit-Menschen.

    Zeigen wir MÜTTER unseren Kindern die Werte von Mitmenschlichkeit, Miteinander und Werterhaltung. Voller Liebe, Geduld, Zuversicht und Hoffnung.

    Vielen Dank für Ihren Einsatz.


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