Das Kirchenjahr: 3. Sonntag im Advent

Matthäus 11,2-6.(7–10); Psalm 85,2-8

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig. (Jesaja 40,3.10)

Mit diesem Sonntag gehen wir den nächsten Schritt auf dem Adventsweg. Jesus ist gekommen und Jesus wird wiederkommen. „Der König kommt“ und „Auf den Befreier sehen“, so lauteten die ersten beiden Stationen. Beidem geht je eine Zeit der Zubereitung voraus. Und darum geht es auch am 3. Advent.

Zunächst einmal wird einer aufgerufen den Wegbereiter zu geben. Das Evangelium dieser Woche verrät, dass an Johannes den Täufer zu denken ist. Er kennt Jesus, er hat in seinem Wirken am Jordan das Kommen Jesu vorbereitet. Doch nun, selbst im  Gefängnis und dem Tod entgegen gehend, kommen ihm Zweifel: „Bist du es, der da kommen soll?“ Habe ich dem richtigen den Weg bereitet, kommt mit dir wirklich die Erfüllung. Jesus antwortet mit den wahrnehmbaren Zeichen des gegenwärtigen Gottesreiches. So gehört dieser Sonntag Johannes dem Täufer und allen seinen Nachfolgern durch die Jahrhunderte hindurch, die als Boten Gottes den Boden für die Ankunft Jesu bei den Menschen bereitet haben. Denn die Situation, die in der alttestamentlichen Lesung aus Jesaja 40,1-8.(9-11) beschrieben wird – eine öde Wüste ohne Lebensraum – die besteht bis heute in unserer Welt. So braucht es bis heute von Johannes dem Täufer inspirierte Boten als Wegbereiter.

Aber können wir das denn? Können wir kleinen Menschen diesem allmächtigen König den Weg bereiten? Wie können wir das? Glauben heißt ja doch immer: warten, dass Gott kommt. Erwarten, dass er zu mir in meinen Alltag kommt. Indem wir uns darauf ausrichten machen wir uns schon mal bereit. Und indem wir bereit sind, hat Wegbereitung schon begonnen. Denn mein „bereitet dem Herrn den Weg“ meint immer wieder zuallererst mein eigenes bereitet werden. Wo immer wir uns um Wort und Sakrament versammeln, werden wir zubereitet: in Brot und Wein erwarten wir Christus, da kommt er uns jetzt schon ganz nah. Und damit bereiten wir auch IHM den Weg: „Sooft ihr von diesem Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1. Korinther 11,16). Ja, er kommt – so wie er kam, kommt er immer wieder und so wird er auch wiederkommen. Oder wie es der Wochenspruch ausdrückt: „der Herr kommt gewaltig!“

So sind wir eingeladen die Herzen wach und offen zu halten, uns auf den auszurichten, der uns entgegenkommt. Wo wir bereitet werden sind wir bereit. Und genau dort entsprechen wir auch seinem Auftrag: Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.

 

Impuls: Klaus Sperr