Das Kirchenjahr: 23. Sonntag nach Trinitatis

Matthäus 22,15-22; Psalm 33,13-22

Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht. (1. Timotheus 6,15-16)

Dieser Sonntag und damit diese ganze Woche laden ein zu Dank und Verantwortung. Die Texte sprechen allesamt von der Verantwortung der Christen auf der Erde bei gleichzeitiger Beheimatung im Himmel. Der Wochenpsalm gründet: „Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist“. Das Evangelium benennt die Relation: dem Kaiser gehört das Geld, Gott aber gehört der Gehorsam. Die alttestamentliche Lesung (1. Mose 18,20-21.22b-33) nennt die Fürbitte Abrahams für Sodom und damit ein geradezu priesterliches Leben in der Welt; die Epistel aus Philipper 3,17(18-19)20-21 ordnet ein: „Unser Bürgerrecht (griech. politeuma) ist im Himmel“. Das erste Tagesgebet im Gottesdienst fasst zusammen: „Mach die Deinen ihrer Berufung gewiss, damit sie frei und unbeschwert tun können, was dir gefällt.“

Dazu der Wochenspruch, der einer Reihe seelsorgerlicher Ratschläge entnommen ist und den Blick auf Jesus lenkt. Er ist der Schöpfer und Erhalter und Vollender unserer Welt. Diesen Durchblick gewinnt man durch den Aufblick auf Jesus!

Wir sehen wer Jesus ist: der König aller Könige und Herr aller Herren. Wer mit ihm unterwegs ist, dem begegnet nichts Unvorhergesehenes. Uns mag manches überraschen, unseren Gott nicht. Alles ruht in seiner Hand und niemand kann tiefer fallen als eben in diese. Durchblick durch Aufblick auf Jesus: er halt alles im Griff!

Wir sehen was Jesus hat: Unsterblichkeit. Bei ihm hat alles seinen ewig bleibenden Wert. Nichts wird gemindert oder aufgehoben. Und was mit ihm in Beziehung steht hat ebenfalls diesen Ewigkeitswert. Durchblick durch Aufblick auf Jesus: alles hat seinen Wert!

Wir sehen was Jesus gebührt: Ehre und ewige Macht. Ehre (griech. timä) meint den Kaufpreis, das was den Wert einer Sache bestimmt. Jesus ehren meint: sich immer wieder von seinem Wert überzeugen und es immer wieder bekennen: du bist es echt wert! Macht (griech. kratos) meint eine kraftvolle Handlungsgewalt.  Durch mein konkretes Vertrauen mache ich ihn handlungsfähig – handlungswillig ist er ja längst! Durchblick durch Aufblick auf Jesus: er ist mein Bekenntnis und mein Vertrauen echt wert!

Mit diesem dreifachen Blick gelingt Christsein in dieser Welt. Teresa von Avilla hat diese Gewissheit in einen einfach Satz geprägt: „Solo Dios basta“ – Gott allein genügt! Darauf darf auch ich in meinem Alltag vertrauen und deshalb meine Verantwortung dankend wahrnehmen: Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht.

 

Impuls: Klaus Sperr